Dass die Preise an deutschen Tankstellen stärker anzogen als in vielen Nachbarstaaten, sorgt bei Bundeswirtschaftsministerin Reiche für Stirnrunzeln – und ein klein wenig Zorn. „Das wirft schon Fragen auf, warum die Preiskurve bei uns so ausschlägt“, sagte sie am Dienstag in Berlin, während aus ihrer Sicht überzeugende Erklärungen aus der Mineralölbranche ausblieben. Die Branche hält sich bedeckt, also will das Wirtschaftsministerium nun selbst eingreifen. U.a. beobachtete man mehrfach bis zu zwölf Preiswechsel binnen eines Tages – mehr Chaos als Wettbewerb, wie Reiche findet. Ihr Vorschlag: Die Preisänderungen sollen künftig auf maximal eine pro Tag reduziert werden, um das Hin und Her an den Zapfsäulen einzudämmen. Das Paket wurde letzte Woche vorgestellt, nun läuft die Abstimmung mit anderen Ministerien. Bereits in Kürze, so der Plan, wird sich das Parlament in erster Lesung damit beschäftigen. Ziel: Ende März oder spätestens Anfang April stehen die neuen Spielregeln – und vielleicht ein bisschen mehr Verlässlichkeit beim Tanken.
Mal ehrlich, es bleibt ein schwieriger Balanceakt zwischen freiheitlichem Markt und politischer Kontrolle. Doch wenn Unsicherheit die Oberhand gewinnt, wirkt manchmal auch ein scheinbar robuster Schnitt befreiend.
Wirtschaftsministerin Reiche kritisiert die ungebremsten Spritpreiserhöhungen in Deutschland, die weit über das europäische Mittel hinausgehen, und will mit einem neuen Gesetzespaket für mehr Übersichtlichkeit und Fairness an der Zapfsäule sorgen. Kernpunkt ist die Begrenzung der täglichen Preisänderungen, die aktuell für Unsicherheit und Verwirrung sorgen. Die Abstimmung zwischen den Ministerien läuft, noch in dieser Woche könnte der Entwurf ins Parlament kommen und schon Anfang April in Kraft treten.
Zusätzliche Recherchen zeigen: Die Diskussion über Preistransparenz und Verbraucherschutz spitzt sich angesichts weiter steigender Kraftstoffpreise zu; Experten bemängeln, dass die zunehmende Marktvolatilität viele Pendler und Kleinunternehmer besonders hart trifft. Auch Umweltaspekte gewinnen weiter an Bedeutung, wobei kritisiert wird, dass Preisinterventionen langfristig die nötige Transformation zur Elektromobilität verzögern könnten. Neben Debatten um die Marktkontrolle mehren sich Stimmen, die Transparenzplattformen für Kraftstoffpreise oder sogar staatliche Eingriffe wie Preisdeckel fordern.