Es gibt Orte, an denen Musik einfach anders klingt. Vielleicht, weil die Luft dünner ist oder weil die Zeit langsamer vergeht – jedenfalls behaupten Franui, ein gewitztes Musikerkollektiv aus Osttirol, genau das. Im Sommer 2023 inszenierten sie erstmals ihr Hoch Kultur Festival hoch oben in den Alpen, wo der Nachhall der Bläser und Saiten zwischen Latschen und Felsen verschwindet. 2026 laden sie wieder zu diesem eigensinnigen Gipfeltreffen ein. Wer dabei an musikalische Folklore im Trachtenlook denkt, irrt gewaltig: Zwischen Klassik, jazzigen Improvisationen, Experiment und Heimatklängen entwirft Franui gemeinsam mit Musikerpersönlichkeiten wie Christiane Karg, Nicholas Ofczarek, Elektro Guzzi und Pierre-Laurent Aimard ein Festival, das weder auf Höhenangst noch auf Genregrenzen Rücksicht nimmt.
Der Startschuss fällt im eigens errichteten Zirkuszelt, wo Thomas Bernhards „Holzfällen“ – mit Ofczarek und Franui – das Dorfzentrum einmal auf links dreht. Tags darauf schickt Christiane Karg ihr Sopran-Timbre hinauf zu den Gipfeln, unterstützt von Schuberts, Mahlers und Strauss’ Noten, mit freundlicher Begleitung von Franui. Stilbrüche und mutige Übergänge: Das Simply Quartet folgt mit Streichergewalt, Áron Horváth mischt Folklore mit Bartók und Jazz. Mit Nik Bärtsch’s Ronin klingt der Tag zwischen Minimalismus und Groove aus.
Am dritten Tag werden Kunstlieder ins Pop-Gewand gesteckt, frei nach The Erlkings, gefolgt von poetischen Akkordeonträumen und elektronisch getriebenem Jazz. Franui selbst graben tief in ihrer Bandgeschichte. Der krönende Abschluss? Ein musikalisches Gipfeltreffen mit Vokalakrobaten (Vox Clamantis), Gitarren-Feingeist Wolfgang Muthspiel, Piano-Großmeister Aimard und Bariton Florian Boesch, der zusammen mit Franui Schubert-Vertonungen auf die Almwiesen bringt.
Die Tickets sind ab jetzt online, in Tiroler Raiffeisenbanken und bei oeticket erhältlich. Infos und Pressetermine gibt’s bei art:phalanx (Kontakt siehe oben). Wer Höhenluft und Hochkultur mag, sollte sich beeilen: Der Run auf die Pässe ist, wie bei jedem Gipfel, nichts für Zauderer.
Das Hoch Kultur Festival auf der Unterstaller Alm in Innervillgraten/Osttirol bringt 2026 wieder internationale und österreichische Musikgrößen ins Hochgebirge. Der Fokus des ungewöhnlichen Festivals liegt auf einer Mischung aus klassischen Werken, Jazz, zeitgenössischer Musik und dem kreativen Überschreiten musikalischer Grenzen. Franui gelingt es immer wieder, mit originellen Kombinationen und engagiertem Crossover-Programm sowohl Einheimische als auch weitgereiste Musikfans anzulocken – mit dem Ziel, Musik jenseits gängiger Festivalroutinen erlebbar zu machen. Neben Musik und Gesprächen vielen Highlights: eine majestätische Naturkulisse, ein eigens gebautes Festivalzelt und die Möglichkeit, klassische Musik buchstäblich auf höchstem Niveau – im doppelten Wortsinn – zu erleben.
Aktuelle Recherchen zeigen, dass sich das Festival durch seine offene Genrepolitik klar von vielen etablierten Musikfestivals absetzt. Es greift zugleich den Trend auf, kulturelle Veranstaltungen stärker in naturnahe und außergewöhnliche Umgebungen zu verlegen, was nach wie vor auf positives Echo bei Publikum und Medien stößt. In den letzten Tagen wurde in der taz (taz.de) und im Spiegel (spiegel.de) berichtet, dass Festivals im ländlichen Raum und auf ungewöhnlichen Plätzen wie Almen oder Wäldern eine wachsende Rolle spielen: neben dem reinen Musikerlebnis geht es verstärkt um Nachhaltigkeit, Entschleunigung – und um Gemeinschaft und Austausch in entspannter Atmosphäre.