Reichinnek: Merkel passe besser zum EU-Verdienstorden als Merz

Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linksfraktion, hält Angela Merkel für eine angemessenere Preisträgerin des EU-Verdienstordens als Friedrich Merz. Unmittelbar vor der Ordensverleihung an Merkel hebt sie deren Stil im Umgang mit Menschen in einem Gespräch mit RTL und ntv besonders hervor.

heute 09:32 Uhr | 3 mal gelesen

Angela Merkel sei stets nah an den Menschen gewesen, so Reichinnek. Besonders ihr trockener Humor und die Offenheit für unterschiedliche Meinungen hätten Eindruck hinterlassen – das sei heute etwas, das vielen Politikern schlicht fehle. Kritisch sieht Reichinnek zwar einiges an der Bilanz der Ex-Kanzlerin, dennoch habe Merkel im Vergleich zu Merz 'eine deutlich bessere Figur gemacht'. Europa dürfe, so Reichinnek, kein Kontinent der geschlossenen Grenzen werden, und Merkel habe diesen Anspruch stets unterstrichen. 'Gerade deshalb halte ich sie für viel eher würdig, diesen EU-Preis zu bekommen, als den jetzigen Kanzler Merz.' Zudem verteidigte Reichinnek den Ansatz der Altkanzlerin, den Dialog mit Russland trotz des Ukraine-Kriegs zu suchen. 'Wahre Europapolitik setzt auf Diplomatie und nicht auf noch mehr Waffen', meint sie und betont, dass im Zweifel Verhandlungen immer vorzuziehen seien.

Im Zentrum der Diskussion steht Reichinneks Einschätzung, dass Angela Merkel durch ihre verbindende Art, den Humor und die Bereitschaft zum offenen Austausch präsenter für die heutige Zeit ist als viele aktuelle Politiker. Trotz Kritik an Merkels damaliger Politik hebt Reichinnek die Notwendigkeit diplomatischer Lösungen hervor und sieht den EU-Verdienstorden bei Merkel in guten Händen. In der deutschen Medienlandschaft wird verstärkt diskutiert, wie Europas Zukunft sowohl sicherheitspolitisch als auch gesellschaftlich gestaltet werden kann – viele Stimmen fordern, diplomatische Ansätze gegenüber Russland nicht zu vernachlässigen. In aktuellen Berichten etwa bei der ZEIT und der Süddeutschen wird berichtet, dass die Europäische Union verstärkt neue Formate des Dialogs mit Russland auslotet, ohne dabei die Grenze der Solidarität mit der Ukraine zu verlassen. Ein weiterer Schwerpunkt der Debatte ist zudem die Frage nach dem politischen Stil von Führungspersönlichkeiten und ob angesichts wachsender gesellschaftlicher Spannungen ein neuer Ton Einzug halten müsse, der die Balance zwischen Beständigkeit und Wandel findet. Laut mehreren aktuellen Kommentaren bleibt Europa zwischen den Polen Abschottung und Kooperation hin- und hergerissen.

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