Im Zentrum der Diskussion steht Reichinneks Einschätzung, dass Angela Merkel durch ihre verbindende Art, den Humor und die Bereitschaft zum offenen Austausch präsenter für die heutige Zeit ist als viele aktuelle Politiker. Trotz Kritik an Merkels damaliger Politik hebt Reichinnek die Notwendigkeit diplomatischer Lösungen hervor und sieht den EU-Verdienstorden bei Merkel in guten Händen. In der deutschen Medienlandschaft wird verstärkt diskutiert, wie Europas Zukunft sowohl sicherheitspolitisch als auch gesellschaftlich gestaltet werden kann – viele Stimmen fordern, diplomatische Ansätze gegenüber Russland nicht zu vernachlässigen. In aktuellen Berichten etwa bei der ZEIT und der Süddeutschen wird berichtet, dass die Europäische Union verstärkt neue Formate des Dialogs mit Russland auslotet, ohne dabei die Grenze der Solidarität mit der Ukraine zu verlassen. Ein weiterer Schwerpunkt der Debatte ist zudem die Frage nach dem politischen Stil von Führungspersönlichkeiten und ob angesichts wachsender gesellschaftlicher Spannungen ein neuer Ton Einzug halten müsse, der die Balance zwischen Beständigkeit und Wandel findet. Laut mehreren aktuellen Kommentaren bleibt Europa zwischen den Polen Abschottung und Kooperation hin- und hergerissen.