Scout-Eigenständigkeit: Börse bleibt ein Türöffner

Scott Keogh, Chef von Scout Motors, deutet an, dass ein Börsengang oder externe Investoren für die VW-Tochter durchaus realistische Zukunftsszenarien sind.

heute 07:09 Uhr | 1 mal gelesen

Interessant, wie das VW-Projekt Scout von Anfang an als eigenständiges Kind großgezogen wurde – fast wirkt es, als hätte man ihm von Geburt an sämtliche Optionen offengelassen. Scott Keogh betont gegenüber dem 'Handelsblatt', dass strategische Investoren immer willkommen seien und selbst ein Börsengang von Anfang an mitgedacht wurde. US-Investment-Fonds, die ihr Geld gern in Amerikas industrielle Renaissance stecken, stünden schon in den Startlöchern – Namen? Gibt’s vorerst keine. Kritik am schon jetzt ziemlich teuren Projekt weist Keogh zurück. Die Kostenexplosion – von zwei auf drei Milliarden Dollar in aller Munde – sei im Grunde nur ein Missverständnis gewesen: Zwei Milliarden Dollar waren nach Keogh nur die notwendige 'Eintrittskarte', um Fördergelder zu bekommen. Das gesamte Budget habe indes von der ersten Minute an sämtliche Kosten abdeckt, unter Wolfsburger Aufsicht und Segen. Volkswagen setzt mit Scout nun alles darauf, in den USA endlich aus der Nische zu kommen. Dabei wird intern getuschelt, ob in diesen schweren Elektrozeiten wirklich noch Platz für eine neue E-Marke ist. Keogh hält tapfer dagegen und verweist auf die enorme Nachfrage nach Trucks und SUVs mit Range Extender: 87 Prozent der rund 170.000 Reservierungen entfallen auf diese Antriebsvariante. 'Eine smarte, typisch amerikanische Antwort', sagt er. Ach ja – und vielleicht rollt künftig auch ein neuer Audi vom Scout-Band; die Plattform ist da wohl flexibel genug. Manchmal fühlt sich Autogeschäft eben fast an wie eine Probefahrt ohne Navi: Nicht alles ist planbar – und manche Abzweigung bleibt spannend.

Scout Motors, von Volkswagen in den USA als eigenständige Marke angelegt, prüft aktiv verschiedene Finanzierungsoptionen, wobei ein Börsengang explizit als realistische Strategie genannt wird. Während die Kosten für das Projekt erheblich angestiegen sind, betont Scott Keogh, dass die Gesamtsumme von Anfang an von VW akzeptiert und durch die Mindestförderung nur unvollständig kommuniziert wurde. Trotz eines etwas rauen Umfelds im E-Auto-Markt glaubt Keogh, dass die Entscheidung für robuste Fahrzeuge mit Range Extendern – und das amerikanische Marktflair – sich für Scout auszahlen wird – ein Ansatz, der von vielen in der Branche mit Spannung beobachtet wird. Ergänzend dazu hebt die Süddeutsche hervor, dass auch andere Autokonzerne derzeit innovative Finanzierungsoptionen prüfen, etwa über Partnerschaften mit US-Kapitalgebern, die sich vermehrt auf Öko- und Technologiewandel fokussieren. Die Handelsblatt Analyse stellt zudem klar, dass der US-Automarkt trotz abkühlender Elektromobilität weiter lukrativ bleibt, sofern flexible Antriebe und regionale Anpassungen wie bei Scout im Mittelpunkt stehen. Und: Laut FAZ profitieren deutsche Autobauer in den USA zunehmend von politischen Anreizen und steuerlichen Erleichterungen, sofern sie lokale Fertigung und flexible Strom-Mix-Technologien anbieten.

Schlagwort aus diesem Artikel