Besonders interessant: Die Preise für pflanzliche Produkte haben sich im Mai 2026 um 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbilligt, während Tiere und tierische Erzeugnisse sogar um 15,9 Prozent nachgaben. Auch im Monatsvergleich rutschte das Preisniveau weiter – wenn auch etwas moderater.
Überraschend ist vor allem der heftige Preisverfall bei Speisekartoffeln: Im Vergleich zu Mai 2025 mussten Landwirte satte 53,5 Prozent Preisabschlag hinnehmen. Im April waren es 54,7 Prozent, im März 55,2 Prozent – wie in einer Abwärtsspirale, aber zumindest ist der Rückgang nicht mehr ganz so steil. Verglichen mit April 2026 legten die Kartoffelpreise zuletzt sogar minimal um 0,6 Prozent zu.
Obstbauern hatten es ebenfalls nicht leicht: Obst war im Mai um 22,5 Prozent günstiger als vor einem Jahr – besonders Tafeläpfel gerieten unter Druck (-33,3 Prozent). Erdbeeren dagegen wurden geringfügig teurer. Beim Gemüse: generelle Seitwärtsbewegung, aber mit Ausreißern, Tomaten (+28,2 Prozent) und Gurken (+21,5 Prozent) verteuerten sich spürbar. Im Gegensatz dazu gab es Preisnachlässe unter anderem bei Blumenkohl oder Kohlgemüse.
Beim Getreide sind die Preise im Jahresvergleich um 9,5 Prozent gefallen. Handelsgewächse wie Raps verteuerten sich dagegen leicht. Die Futterpflanzenpreise gingen erstmals seit über zwei Jahren wieder leicht nach oben.
Auf der tierischen Seite dominierte der Preisverfall bei Milch: Im Mai 2026 lag der Milchpreis mehr als ein Viertel niedriger als im Jahr zuvor; immerhin stieg er gegenüber April um 1,7 Prozent. Eier verteuerten sich um 13,6 Prozent. Der Trend bei Tieren bleibt rückläufig: Schlachtschweine (-19,5 Prozent), Rinder (-6,7 Prozent), Geflügel im Schnitt (-0,7 Prozent), wobei bei Hähnchen die Preise stärker sanken, während Enten und Puten teurer wurden.
Nach Monaten anhaltender Preisrückgänge bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen setzt sich der Absturz im Mai 2026 fort; das Minus von 13,9 Prozent markiert einen deutlichen Einschnitt für die Branche. Insbesondere pflanzliche Produkte – etwa Kartoffeln und Tafeläpfel – verloren teils massiv an Wert, während einzelne Gemüsesorten und Eier gegen den Trend teurer wurden. Analysten und Landwirte fragen sich, wie lange dieser Preisverfall anhalten kann, denn die Auswirkungen auf die Einkommenssituation in der Landwirtschaft werden spürbar und könnten weitreichende Folgen für Struktur und Investitionsbereitschaft der Betriebe haben. Erweiterung nach aktueller Recherche: - Die Preisentwicklung ist auch eine Folge globaler Überschüsse und veränderter Exportbedingungen nach den in den letzten Monaten stark gesunkenen Energiekosten und den weiter bestehenden Unsicherheiten in der Ukraine. Zusätzlich berichtete die FAZ, dass viele Bauern in Deutschland massive Investitionszurückhaltung üben und vor allem kleinere Betriebe wirtschaftlich unter Druck geraten [FAZ ]. - Ein Bericht bei taz.de hebt hervor, dass sinkende Preise Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit haben könnten, da weniger Investitionen in nachhaltige Produktion und Technik fließen. Gleichzeitig gibt es in einigen Regionen erste Bauernproteste, um auf die schwierige Lage aufmerksam zu machen [taz.de ]. - Bei Spiegel Online wurde auf das zunehmende Ungleichgewicht zwischen Supermarkt- und Erzeugerpreisen hingewiesen. Dort war von wachsenden Preisspannen die Rede, wodurch der Marktdruck auf den unteren Stufen der Wertschöpfungskette weiter steigt [Spiegel.de ].