Rein in die Zahlen: Das Ifo-Institut aus München berichtet, dass sich das sogenannte Geschäftsklima im Wohnungsbau im Juni weiter verschlechtert hat. Statt einer kleinen Wende geht’s einen Schritt zurück: Von -29,5 ist der Index auf -31,0 Punkte gefallen. Die Firmen? Nun, sie sehen nicht nur die aktuelle Lage, sondern auch das, was kommt, kritisch – und schlimmer: Die Erwartungen purzeln auf einen Jahrestiefstand. Klaus Wohlrabe, der die Umfragen beim Ifo koordiniert, sagt dazu: „Von Aufbruchstimmung keine Spur, wir haben sogar weniger Hoffnung als vorher.“ Kurz: Es läuft nicht rund. Was macht die Lage so zäh? Nun, der Auftragsmangel frisst sich weiter durch – fast die Hälfte der Betriebe hat einfach zu wenig in der Pipeline, und mit 11,4 Prozent bleibt die Quote für Stornos beunruhigend hoch. Immerhin: Materialengpässe gibt es noch – knapp jeder zehnte Betrieb klagt darüber, obwohl das Problem niedriger liegt als in den letzten Krisenjahren. Und selbst steigende Baugenehmigungen machen wenig Hoffnung; fehlende Neuaufträge können das Minus bei den Stornierungen schlichtweg nicht auffangen.
Die Krise im deutschen Wohnungsbau verschärft sich weiter, wie aktuelle Daten des Ifo-Instituts zeigen. Neben sinkendem Geschäftsklima und niedriger Nachfrage gibt es weiterhin hohe Stornierungsquoten und immer wieder Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Baumaterial. Hinzu kommen steigende Baukosten und Zinsen, die vielen Projekten den wirtschaftlichen Boden entziehen – eine Entspannung am Wohnungsmarkt ist auf absehbare Zeit nicht in Sicht. Experten warnen zunehmend, dass sich die Situation auch auf andere Branchen – etwa das Handwerk – ausweiten und den ohnehin angespannten Immobilienmarkt noch weiter unter Druck setzen könnte. Die Bundesregierung will mit neuen Förderprogrammen gegensteuern, aber viele Fachleute zweifeln an der schnellen Wirksamkeit.