Deutschland steht gerade an einer seltsamen Schwelle: Die Maschine Bruttosozialprodukt ruckelt, Innovationsstolz weicht Zukunftssorgen. Es ist schon fast ironisch – Entwicklungen, die hierzulande entstehen, werden häufig woanders groß gemacht. Deswegen haben sich jetzt acht Köpfe aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis – allesamt ehrenamtlich unterwegs – in Hannover gefunden und einen unabhängigen Innovationsrat gegründet. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat das Ganze als Teil der Initiative "Zukunft Deutschland 2050" angeschoben, damit nicht immer andere unsere Chancen nutzen.
Man merkt es dem Rat an, dass ihm der Ernst der Lage bewusst ist. Inmitten von Bürokratie, politischen Grabenkämpfen und zähen Prozessen mahnt er: Deutschland hat keine Zeit zu verlieren. Während andere Länder mit Tempo und klaren Kanten investieren, stolpert man hier über den eigenen Perfektionismus.
"Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Erfindungen ins Ausland abwandern und anderswo mit Profit multipliziert werden", so der Tenor. Fünf Impulse wurden beim Kick-off gesetzt: angefangen bei langfristiger Regulierung, mutigem Unternehmertum bis hin zu besserer technischer Bildung und mehr gesellschaftlichem Innovationswillen. Details dazu – nicht immer revolutionär, aber dringend nötig.
Das Gremium sieht sich als Impulsgeber und Mahner gleichermaßen. Es möchte Debatten nicht nur kommentieren, sondern mit unabhängiger Expertise Weichen stellen. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Mobilitäts- und Künstliche-Intelligenz-Profis, Wirtschafts- und Energiepolitikerinnen, Experten für die Circular Economy und für Recht, aber auch eine Unternehmerin, die ganz nebenbei einen Startup-Preis abräumte. Wer Lust hat, kann Details und die ganze Mannschaft online nachlesen – der Kreis ist breit aufgestellt und interdisziplinär.
Am Ende bleibt der Satz stehen: Wer jetzt nicht die Ärmel hochkrempelt, läuft Gefahr, abgehängt zu werden. Keine gewagte Prognose, sondern ein nüchternes Echo aus dem Maschinenraum der Innovation.
Der neu formierte Innovationsrat für Deutschland reagiert auf wachsende Zweifel an der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Die acht Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Disziplinen und bündeln ihre Netzwerke und Praxiserfahrung, um eine langfristige, unabhängige Innovationsstrategie vorzuschlagen – mit einem Mix aus wissenschaftlicher Tiefe und praxisnaher Analytik. Der Fokus liegt insbesondere auf einer konsequenten, sektorenübergreifenden Förderung von Schlüsselfeldern wie Digitalisierung, Bildung, nachhaltige Produktion und technologischer Souveränität.
AKTUELLE ERGÄNZUNGEN: Laut neuesten Berichten in Leitmedien wie der Süddeutschen Zeitung und der ZEIT werden Forderungen nach einer umfassenden Bildungsreform lauter, um Innovationsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Auch das Handelsblatt hebt verstärkte Investitionen in Deep-Tech-Startups sowie die politische Unsicherheit als aktuelle Innovationshemmnisse hervor. Wie die FAZ berichtet, hat das BMWK ein Maßnahmenpaket für die Beschleunigung von Transfer aus Forschung in den deutschen Mittelstand auf den Weg gebracht. Die gesellschaftliche Debatte dreht sich vermehrt um die Frage, wie der Wandel gelingen kann, ohne soziale und ökologische Aspekte zu vernachlässigen.