ADAC: Österreich-Regelung treibt Spritpreise in die Höhe

Seit Inkrafttreten des sogenannten Österreich-Modells an deutschen Tankstellen steigen die Benzin- und Dieselpreise – das legt aktuell eine Auswertung des ADAC nahe.

heute 11:01 Uhr | 2 mal gelesen

Seit Anfang April 2026 gilt hierzulande das viel diskutierte Österreich-Modell beim Tanken – und das bleibt nicht ohne Folgen. Laut einer frischen Analyse vom ADAC liegen die Kraftstoffpreise nun merklich über den Werten der Zeit vor der neuen Regel. Wenn man dabei genauer hinsieht, zeigt sich: Die Ölpreise sowie der Wechselkurs von Euro zu Dollar schwankten zwar, führen aber verglichen mit dem bisherigen Wellenmuster der Preissetzung klar kein Eigenleben mehr beim Tanken. Der Knackpunkt ist die vom Modell vorgeschriebene tägliche Preisanpassung um Punkt 12 Uhr, die regelmäßig mit kräftigen Risikoaufschlägen einhergeht – offensichtlich kalkulieren die Mineralölgesellschaften großzügig, vielleicht sogar zu großzügig (ehrlich gesagt, überrascht mich das kaum, wer gibt freiwillig Marge her?). Im Tagesverlauf gehen die Preise dann wieder langsam runter, aber nie so rapide wie früher. Die günstigen Tankzeit-Fenster sind kürzer geworden, die Luft zum Sparen entsprechend dünner. Besonders ärgerlich trifft es Pendler, die häufig auf flexible Zeiten angewiesen sind. Nach ADAC-Daten steigt etwa der Durchschnittspreis für Super E10 rund um die magische 12-Uhr-Marke um stolze neun Cent, Diesel sogar um zehneinhalb. Bis zum Abend flaut das Ganze etwas ab, aber knackige Preisnachlässe sucht man meist vergeblich. Wer clever sein will, muss nun kurz vor 12 Uhr an die Zapfsäule fahren – zu diesem Zeitpunkt liegen die Preise im Schnitt am niedrigsten. Aber wehe, man verschläft das Zeitfenster, denn direkt danach schießt der Preis wieder nach oben. Ob das nun das große Fairness-Versprechen der Reform ist? Eher ernüchternd, ehrlich gesagt.

Eine neue ADAC-Analyse dokumentiert, dass das Österreich-Modell – also die einmal täglich stattfindende Preisanpassung um 12 Uhr – zu spürbar höheren Spritpreisen in Deutschland führt. Insbesondere der Risikoaufschlag der Mineralölkonzerne ist gestiegen, Preisschwankungen verteilen sich nun weniger gleichmäßig über den Tag und die günstigen Tankzeiten sind rar. An den meisten Tagen lohnt sich Tanken kurz vor 12 Uhr am meisten, da direkt danach steile Preisanstiege erfolgen, die sich erst langsam abbauen. Erweiterte Recherche ergibt: Die Verbraucherzentrale mahnt, dass insbesondere Pendler und Menschen mit wenig Flexibilität durch das Modell benachteiligt werden. Verschiedene Medien berichten zudem, dass Vergleichsportale wie Clever Tanken und Fuel-Flash derzeit erhebliche Belastungen für viele Haushalte beobachten. Für Diskussion sorgt auch, dass das Modell die Transparenz für Endkunden kaum erhöht, sondern tendenziell zu mehr Unsicherheit bei der Planung der Tankzeiten führt. Zudem scheint es, als würden Mineralölkonzerne die Gelegenheit nutzen, um Risikoaufschläge und Gewinnmargen auf breiter Front durchzusetzen, was auf sozialen Netzwerken eine Debatte darüber entfacht hat, ob der Markt wirklich im Sinne der Verbraucher funktioniert. Manche Experten fordern eine Nachjustierung der Regeln, etwa flexiblere Anpassungszeiten oder stärkere Regulierungen gegen überzogene Aufschläge. Neuesten Berichten zufolge explodieren aktuell die Preise für Benzin und Diesel an deutschen Tankstellen weiter, da auch geopolitische Unsicherheiten den Trend verstärken.

Schlagwort aus diesem Artikel