Streit um Apothekenreform: Gesundheitsministerin kontert Ärztevorwürfe

Unmittelbar vor der Bundestagsdebatte zur geplanten Apothekenreform meldet sich Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zu Wort. Sie findet deutliche Worte zu den Einwänden der Ärztevertreter – und verweist auf neue Strukturen, die Entscheidungen gemeinsam treffen sollen.

heute 12:18 Uhr | 4 mal gelesen

Die geplante Gesetzesänderung rund um die Ausgabe rezeptfreier Medikamente löst mal wieder ordentlich Wirbel aus: Gesundheitsministerin Nina Warken zeigte sich davon gegenüber RTL und ntv jedoch unbeeindruckt. Ihrer Meinung nach brauchen Ärzte und Apotheker vor allem eines – mehr Gelassenheit, statt sich gegenseitig anzuzicken. Warken verweist auf ein noch zu gründendes Experten-Gremium, in dem Vertreter beider Berufsgruppen gemeinsam Leitlinien erarbeiten. Also kein Alleingang der Politik oder Apotheken. Was viele wohl besonders interessiert: Die Möglichkeit, bei leichten gesundheitlichen Beschwerden – zum Beispiel bei einer unkomplizierten Blasenentzündung – direkt in der Apotheke ein Mittel zu bekommen, soll bereits noch dieses Jahr umgesetzt werden. Und vielleicht kurios: Warken stellte in Aussicht, dass Impfungen, etwa gegen FSME oder Tetanus, künftig ebenfalls direkt in Apotheken angeboten werden könnten. Die Diskussion, wäre sie weniger aufgeregt, würde vermutlich zeigen, dass beide Seiten letztlich das gleiche Ziel haben: Versorgung der Menschen, schnell und sicher.

Gesundheitsministerin Nina Warken hat die Kritik von Ärzteverbänden an der Apothekenreform deutlich zurückgewiesen und betont, dass ein gemeinsames Gremium von Ärzten und Apothekern künftig die Richtlinien festlegen werde. Die Neuregelung sieht vor, dass bestimmte Medikamente bei klar definierten Krankheitsbildern innerhalb kurzer Zeit rezeptfrei in Apotheken abgegeben werden können – insbesondere um die ambulante medizinische Versorgung und die Flexibilität für Patienten zu verbessern. Mit dieser Reform erhofft sich die Bundesregierung eine Entlastung der Arztpraxen, schnellere Hilfe bei Bagatellerkrankungen und eine stärkere Rolle der Apotheken im Gesundheitswesen. In aktuellen Debatten wird vor allem hervorgehoben, dass das Gesundheitssystem innovativer auf Stellenmangel und veränderte Versorgungsrealitäten reagieren müsse. Laut jüngsten Medienberichten gibt es breite Fronten - der Ärzteverband sieht möglichen Missbrauch und Qualitätsverlust, während Apothekenverbände die zusätzlichen Aufgaben begrüßen. Neuere Entwicklungen zeigen zudem, dass die Regierung den Dialog mit allen Beteiligten sucht, aber am Zeitplan der Reform festhält.

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