Vom schnellen Hype zum kritischen Diskurs: Im Podcast führen Host Lisa-Sophie Scheurell und ein wechselndes Team aus fachlichen Gästen durch die drängendsten Fragen rund um die sogenannten Abnehmspritzen. Wie funktionieren sie? Für wen sind sie gedacht – und, ist das wirklich eine nachhaltige Lösung oder eher ein Placebo mit Nebenwirkungen? Verschiedene Menschen teilen offen ihre persönlichen Erfahrungen, manche schwören darauf, andere haben sich ganz bewusst dagegen entschieden. Was für mich spannend ist: Die Sendung kratzt nicht nur an der Oberfläche der medizinischen Fakten, sondern beleuchtet auch gesellschaftliche Dynamiken, etwa wie der Wunsch nach einem dünneren Körper plötzlich mit neuen Finanzhürden zusammenprallt. Besonders brisant: Je mehr solche Medikamente zum "Gamechanger" erklärt werden, desto drängender wird die Frage, wer sich Gesundheit leisten kann und was das gesellschaftlich bedeutet. Die erste Folge erscheint am 2. März in der ARD Audiothek.
Gerade die Medikamente Ozempic, Wegovy & Co. gelten aktuell als medizinische Sensation, öffnen aber auch ein emotionales Spannungsfeld: Für manche bedeuten sie neue Freiheit vom Übergewicht, für andere wecken sie Skepsis – nicht zuletzt wegen offener Fragen zu Nebenwirkungen und Langzeiteffekten. Rund um den Podcast gibt es weitere Fernseh- und Onlineformate, wie etwa das "Visite"-Spezial am 3. März im NDR. Dort werden die klassischen Methoden Magen-OP und Spritze direkt gegenübergestellt. Zudem stehen auf dem Webportal zahlreiche Hintergrundartikel und Interviews zur Verfügung. Fachleute aus verschiedenen Disziplinen – darunter Ernährungsmedizin, Pharmakologie, Kulturwissenschaften und Psychotherapie – liefern facettenreiche Einsichten.
Ich kann nicht umhin, mich zu fragen: Ist das jetzt die gesundheitliche Revolution – oder wieder nur ein kurzer Hype, der tieferliegende Fragen eher verdeckt als offenlegt?
Der ARD-Schwerpunkt rund um die Abnehmspritze initiiert einen vielschichtigen Diskurs, der sowohl Chancen als auch Risiken in den Fokus rückt. Die Podcastserie nimmt die Zuhörenden mit auf eine Reise durch medizinische Expertise, persönliche Lebensgeschichten und gesellschaftliche Kontroversen über Körperbilder, den Zugang zu Gesundheit und die Kommerzialisierung von Abnehmmedikamenten. In jüngster Zeit haben Berichte sowohl aus Fachmedien als auch aus internationalen Zeitungen verstärkt auf die rasant gestiegene Nachfrage, Lieferschwierigkeiten und auf zunehmend auftretende Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Probleme, Muskelabbau und psychische Effekte hingewiesen – die Diskussion um eine ethisch verantwortbare Regulierung läuft auf Hochtouren. Unter anderem wurde in der Süddeutschen Zeitung bemängelt, dass die medizinische Versorgung von Diabetikern unter Engpässen leidet, weil immer mehr Menschen die Mittel abseits der Indikation nutzen. Außerdem wird auf Perspektiven der Suchtproblematik verwiesen und die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens bei Übergewicht und Körpernormen betont.
Weitere aktuelle Stimmen, beispielsweise vom Spiegel oder der FAZ, heben hervor, dass die Präparate zwar kurzfristig beeindruckende Resultate zeigen, ohne begleitende Verhaltenstherapie und langfristige Lebensstiländerung jedoch oft der berühmte Jojo-Effekt folgt. Kritiker monieren außerdem, dass die schnelle Popularisierung vor allem von Prominenten und sozialen Medien getrieben wird, was insbesondere für jüngere Menschen problematische Schönheitsideale verstärkt. Interessanterweise verweisen manche Stimmen auf die Notwendigkeit, die strukturellen Ursachen von Adipositas stärker in den Blick zu nehmen: Armut, ungesundes Stadtleben und fehlende Prävention. Der gesellschaftliche Diskurs um die Abnehmspritze ist also komplexer als es Werbung oder Influencer nahelegen wollen.