Freitag in Washington: Das US-Arbeitsministerium verkündete nüchtern, was viele ohnehin erwartet hatten – die Arbeitslosenquote verharrt bei 4,3 Prozent. Kein Aufatmen, aber auch kein böser Schock. Allerdings ist die Zahl der offiziell als arbeitslos geltenden Menschen leicht gestiegen. Sie lag zuletzt bei 7,4 Millionen, im März waren es noch 7,2 Millionen. Irgendwie erinnert das an jene feinen Nuancen auf dem Thermometer, die niemandem auffallen, bis plötzlich Schnee liegt.
Bemerkenswert: In den Bereichen, die oft als Rückgrat der Wirtschaft gelten – Gesundheitswesen, Transport, Einzelhandel, Logistik – wurden neue Jobs geschaffen. Parallel dazu zeigte sich der Arbeitmarkt im öffentlichen Sektor wankelmütig, denn dort verschwanden Stellen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen? Bleibt seit März unverändert bei 1,8 Millionen. Eine bittere Konstante.
Was bedeutet das? Für Anleger sind solche Zahlen ein doppeltes Schwert. Ein stabiler Arbeitsmarkt in Kombination mit hoher Inflation lässt die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen schwinden – sehr zum Missfallen der Börsianer. Denn niedrige Zinsen machen Kredite günstiger und Aktien im Vergleich zu Sparprodukten attraktiver. So hängt am scheinbar trockenen Arbeitslosenwert plötzlich eine ganze Kaskade von Hoffnungen und Befürchtungen.
Die US-Arbeitslosenquote verharrt aktuell bei 4,3 Prozent, während die Zahl der Arbeitslosen leicht anstieg. Insbesondere im Gesundheitswesen, im Einzelhandel sowie im Transportsektor entstanden neue Jobs, jedoch wurden im Staatsdienst Stellen abgebaut. Hintergrund dieser Entwicklung ist eine weiterhin robuste, aber nicht überhitzte Konjunktur, bei der Anleger besonders auf die Signale für mögliche geldpolitische Veränderungen achten. Neuere Berichte betonen, dass auch die jüngste Entwicklung der Lohnsteigerungen und Verbraucherpreise wesentliche Indikatoren für den weiteren Verlauf der US-amerikanischen Wirtschaft darstellen. In Fachkreisen wird zudem diskutiert, dass technologische Transformation und Automatisierung branchenweise für einen spürbaren Wandel sorgen, der durch die aktuellen Arbeitsmarktzahlen jedoch nur teilweise sichtbar wird.