Vorteil für Europa: US-Zollabkommen lässt Konkurrenz aus China und Indien zurück

Durch eine neue Zollvereinbarung mit den USA hat Europas Wirtschaft einen spürbaren Vorteil gegenüber China und Indien erlangt – zumindest in bestimmten Branchen.

heute 14:58 Uhr | 1 mal gelesen

Manchmal ist es wie eine Schaukel: Da gewinnen einige, andere schlucken die Kröte. Nach Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) konnte vor allem die europäische Automobilbranche durch die neu verhandelten Zölle ordentlich Boden gutmachen. Überraschend dabei: Während Autos günstiger in die USA gelangen, steigen die Kosten für klassische Maschinenbauer. Zwischen April 2025 und Februar 2026 lag der durchschnittliche US-Zollsatz für EU-Produkte bei 7,8 Prozent – deutlich niedriger als die fast 37 Prozent für chinesische Exporte. Besonders die deutsche Wirtschaft spürte die Entlastung, der effektive Zoll sank hier auf 10,6 Prozent und lag damit nah am Gesamtdurchschnitt der EU mit 8,2 Prozent. Dennoch gibt es einen gewaltigen Haken. Der effektive Einfuhrzoll für EU-Maschinen stieg nach dem Abkommen auf satte 12,6 Prozent an. Vor allem die amerikanische Kategorisierung von Maschinen mit hohem Stahlanteil als 'Stahlprodukte' sorgte für Probleme – dazu gab es direkt einen 50-Prozent-Zoll obendrauf. Samina Sultan, Ökonomin beim IW, findet das schlichtweg inakzeptabel: Ihrer Meinung nach braucht es dringend ein Nachverhandeln, sonst könnte der Deal mehr schaden als nützen. Klingt für mich nach einer jener typischen halbgar durchgezogenen Politikmaßnahmen – die einen jubeln, die anderen fühlen sich vor den Kopf gestoßen.

Im Wesentlichen führte das US-Zollabkommen dazu, dass besonders die europäische Automobilbranche von niedrigeren Einfuhrzöllen in die USA profitiert, während sich die Lage im Maschinenbau sogar verschlechterte. Die unterschiedliche Behandlung verschiedener Warenarten – insbesondere, dass Maschinen mit hohem Stahlanteil wie Stahlprodukte behandelt werden – wurde von Branchenexpert:innen und Verbänden als unfair und revisionsbedürftig kritisiert. Neue Recherchen aus Wirtschaftsmedien zeigen: In den letzten Tagen sind die Handelsbeziehungen zwischen den USA und europäischen Herstellern erneut ins Rampenlicht gerückt, vor allem im Zusammenhang mit Chinas ansteigendem Unmut über die strengen US-Zölle und Warnungen europäischer Branchenvertreter vor mittelfristigen Wettbewerbsnachteilen. Die aktuelle Berichterstattung hebt zudem hervor, dass hinter den Kulissen teils hektisch über Anpassungen am Deal diskutiert wird, um drohende Nachteile für Schlüsselindustrien abzuwenden. Zusätzlich verschärfen die wachsenden transatlantischen Differenzen um Umweltauflagen und Technologietransfer den Druck auf die politischen Verhandlungsparteien. Währenddessen nutzt China die Lage, um auf multilateraler Ebene Stimmung gegen Sonderzölle zu machen.

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