Wärmepumpen erobern den Neubau: Deutschlands Eigenheime heizen grüner

Die Zahl der mit Wärmepumpen ausgestatteten Neubauten steigt weiter – für viele ist die Technik heute Standard.

heute 08:08 Uhr | 6 mal gelesen

Manchmal ist es erstaunlich, wie schnell sich eines der traditionellsten Themen wandelt: Heizen. Inzwischen setzen knapp drei Viertel – genau 73,6 Prozent – der 2025 fertiggestellten Wohnhäuser primär auf Wärmepumpen, so das Statistische Bundesamt. Im Vorjahr waren es noch 69,4 Prozent – der Trend ist also unübersehbar. Wer zurückblickt, entdeckt: 2015 lag der Anteil gerade mal bei 31,4 Prozent. Nicht schlecht für eine Technik, die früher als nerdiges Randphänomen galt. Wärmepumpen schaffen dabei keine künstliche Wärme, sondern holen sich die Energie einfach aus Erde, Luft oder sogar Grundwasser. Besonders beliebt ist das in Ein- und Zweifamilienhäusern: 77,9 Prozent der neuen Einfamilienhäuser und 78,4 Prozent der Zweifamilienhäuser werden 2025 komfortabel mit Wärmepumpe beheizt. Im Geschosswohnungsbau tut man sich da offenbar noch schwerer (nur etwa jedes zweite Gebäude). Kurzer Ausflug zu den erneuerbaren Energien insgesamt – auch hier gibt es beinahe schon eine kleine Revolution: 78,2 Prozent aller neuen Wohnhäuser 2025 setzen hauptsächlich auf erneuerbare Energieträger, verglichen mit 38 Prozent im Jahr 2015. Neben Wärmepumpen sind darunter Pelletheizungen, Solarthermie, Biogas und noch ein Hauch sonstiger Biomasse. Erdgas ist, kein Wunder, auf dem absteigenden Ast: Nur noch 10,5 Prozent der Neubauten 2025, 2015 waren es gigantische 51,5 Prozent! Ganz am Rand stehen schließlich Fernwärme (8,3 Prozent), und Ölheizungen? Die werden fast schon zur Rarität, 2025 sind noch 0,3 Prozent der Neubauten damit ausgerüstet. Der Trend spiegelt sich auch in den noch nicht gebauten, aber genehmigten Häusern wider: 87 Prozent sollen künftig hauptsächlich mit erneuerbaren Heizsystemen ausgestattet werden, vor allem wieder Wärmepumpen. Aber – kleine Fußnote für alle Zahlenfreunde – im Bestand sieht es deutlich altmodischer aus: Laut Zensus 2022 heizt mehr als die Hälfte der Altbauten immer noch mit Gas, und ein Viertel mit Heizöl. Erneuerbare sind 2022 noch Exoten – sie tauchen nur bei etwa 10 Prozent der bestehenden Wohngebäude auf.

Der Anteil von Wärmepumpen als primäre Heiztechnik in neu gebauten Wohnhäusern steigt rasant und übertrifft mittlerweile andere Heizsysteme wie Gas und Öl deutlich. Gründe sind strengere gesetzliche Vorgaben, steigende Nachfrage nach klimafreundlichen Lösungen sowie massive Förderung durch staatliche Programme. Geräuschemissionen, Installationskosten und die Abhängigkeit von Fachkräften bleiben Herausforderungen, während der Altbestand vorerst weiterhin von Fossilenergie dominiert wird. Laut aktuellen Berichten und Presseveröffentlichungen wird diskutiert, wie Neubauten tatsächlich einen wichtigen Hebel für die Energiewende darstellen können und wie der Staat zusätzliche Impulse für Altbauten setzen könnte.

Schlagwort aus diesem Artikel