Es gibt Buchautor:innen, die ihre Werke verstecken und es gibt solche, die mit offenem Visier auftreten – Beat Fehr scheint zu letzteren zu gehören. In Oberwil, einem Ort, wo man normalerweise keine Revolution vermuten würde, sorgte der Basler Denker mit seinem neusten Buch tatsächlich für kleine Wirbel. Nicht der Verkauf stand im Zentrum, sondern das Verschenken: Über 600 persönlich ausgewählte Menschen erhielten das frisch veröffentlichte 'GLAUBEN ZU WISSEN'. Noch dazu können alle anderen Interessierten das Buch gratis im Netz herunterladen. Eine charmante Geste, aber auch eine Herausforderung an die Denkgewohnheiten.
Fehr will den Beweis antreten, dass Wissen Angst nicht einfach nur stillt, sondern sie geradezu überflüssig macht. Angst, so seine These, ist nämlich menschengemacht und lässt sich durch Erkenntnis entwaffnen. Er behauptet sogar, dass Neugeborene nur vor dem Fallen und plötzlicher Veränderung zurückschrecken – alles andere, seien es Höhen, Dunkelheit oder Abweisung, werde erst später anerzogen. Warum dann nicht Wissen weitergeben, statt es wie einen Schatz zu bewachen? Diese Grundhaltung zieht sich durch das ganze Projekt.
Seine BMF-5-Systematik – aus Regeln, Realität, Leben, Geist und Verhalten – ist ein Versuch, das „Ganze“ systematisch greifbar zu machen. Interessant dabei: Während andere gern komplizieren, will Fehr vereinfachen. Für ihn ist Wissen nicht elitär, sondern praktisch – und, man merkt es, auch ein bisschen trotzig gegen den Mainstream gerichtet. Sein Axiom: Wer wirklich wissen würde, wie sich die eigenen Taten langfristig auswirken, könnte niemandem absichtlich schaden. Ob das tatsächlich immer gilt? Fehr fordert Kritiker heraus, ihm ein einziges Gegenbeispiel aus der Geschichte zu nennen.
Seine Gedanken zur Zeit – etwa zur Künstlichen Intelligenz oder dem Begriff „Glück“ – sind eigenwillig. Für KI gilt: Nicht Technik, sondern Können im Umgang entscheidet. Und Glück? Eher ein Resultat von Problemlösung als ein Zustand der Sorgenlosigkeit.
„GLAUBEN ZU WISSEN“ ist kein Lehrbuch, sondern will, mit Fehrs Worten, ein „Lebensbuch“ sein. Eine Einladung, eigene Denkmuster zu überprüfen, und – vielleicht ein wenig kühn – ein Aufruf, sich gegen die Angst zumuten. Wer möchte, kann sogar Kontakt aufnehmen oder sich die Printausgabe schenken lassen. Klingt nach Idealismus und vielleicht auch gesundem Trotz.
Beat Fehr, ein unkonventioneller Autor aus Basel, verschenkte anlässlich der Präsentation seines neuen Buches 'GLAUBEN ZU WISSEN' in Oberwil nicht nur anwesenden Gästen, sondern auch 600 handverlesenen Personen ein Gratis-Exemplar. Für Fehr ist das Teilen von Wissen kein PR-Trick, sondern Ausdruck seiner Überzeugung, dass Angst nur durch gesellschaftliches Lernen entsteht – und durch eigenes Nachdenken entmachtet werden kann. Ergänzend lässt sich aus aktuellen Berichten entnehmen, dass Fehrs Ansatz besonders in Zeiten wachsender Unsicherheiten, wie sie durch KI, Klimawandel und globale Krisen auftreten, eine Gegenbewegung zum Trend von Misstrauen und Abschottung bieten will: Wissensverbreitung als Akt der Befreiung, der nicht nur individuell, sondern gesellschaftlich wirken kann. Zudem ist bemerkenswert, dass Fehr mit der kostenlosen Buchvergabe auf feste Verkaufskonzepte pfeift und stattdessen auf Authentizität und „Open Source Wissen“ setzt. Die mediale Rezeption bleibt bisher verhalten, doch im Netz finden sich Stimmen, die den Mut und die Konsequenz des Autors respektieren. In einer Welt, in der immer mehr Angst produziert und ausgeschlachtet wird, bleibt fraglich, ob Fehrs Botschaft schnell Wurzeln schlägt – aber sie stößt zumindest die Tür zu einer anderen Einstellung auf.