ZDF-Doku zeigt ein Jahr GroKo: Hinter den Kulissen der schwarz-roten Bundesregierung

Mainz – Ein Jahr ist die große Koalition aus CDU, CSU und SPD nun schon im Amt. Was hat sich verändert, was ist stecken geblieben zwischen Kompromiss und Konflikt? In der ZDF-Dokumentation "Im Maschinenraum der Macht – Ein Jahr schwarz-rote Regierung" (Ausstrahlung am 12. Mai 2026 um 20:15 Uhr im ZDF, bereits jetzt in der Mediathek) tauchen Bernd Benthin und Lars Seefeldt tief ins politische Alltagschaos ein. Sie zeigen den Weg vom großen Versprechen bis zum zähen Ringkampf um Positionen und liefern ungefilterte Einblicke in ein ungewöhnlich turbulentes Jahr.

heute 11:47 Uhr | 4 mal gelesen

Da war ordentlich Dampf im Kessel: Dieses erste Jahr der Regierungskoalition hatte es durchaus in sich. Rentenpolitik, ein heikler Richterposten am Verfassungsgericht, Wahlkämpfe in den Ländern – und obendrauf noch einer dieser internationalen Nervenkitzel, für die Präsident Trump wirklich eine sichere Bank war. Vor der Kamera: Lars Klingbeil als Vizekanzler und Finanzminister, Alexander Dobrindt im Innenressort, Jens Spahn als Unionsfraktionschef, dazu Reem Alabali-Radovan (Entwicklung) und die Parteistrategen Carsten Linnemann (CDU) und Tim Klüssendorf (SPD). Der Film heftet sich an ihre Fersen, manchmal beim Abnicken in Sitzungssälen, manchmal im Getümmel der Wahlkampfbühnen oder mitten in Krisenmeetings, bei denen die Nerven schon mal blank liegen. Keine gestellte Pose, eher ein rauer Polit-Alltag – Scheitern und kleine Erfolge inklusive. Wer nach Hochglanz sucht, wird enttäuscht sein, wer wissen möchte, wie Macht tatsächlich ausgehandelt wird, ist hier wohl goldrichtig. Untertitel sind übrigens dabei, falls es im Politdeutsch mal zu wild wird.

Die Doku "Im Maschinenraum der Macht" nimmt mit auf eine Reise durch zwölf Monate Regierungsalltag, geprägt von zerstrittenen Ministern, parteiinternen Grabenkämpfen und einer Koalition, die stets aufs Neue zwischen Harmonie und Eruption taumelt. Es geht um handfeste Realpolitik und das, was auf dem Weg vom Gesetzesentwurf zur Umsetzung oft im Kleingedruckten verloren geht. Ausführlich beleuchtet werden neben den Streitthemen der Rente und Justiz insbesondere der Einfluss internationaler Krisen auf die Entscheidungsträger – ein Aspekt, der bei anderen Rückblicken gerne untergeht. Neuere Medienberichte heben hervor, dass die Koalition in jüngster Zeit verstärkt mit den Herausforderungen von Migration, wachsender EU-Skepsis und einer sich abzeichnenden neuen Protestbewegung konfrontiert ist. Aus diversen Online-Quellen wird zudem deutlich, wie sehr das Regierungshandeln inzwischen in sozialen Netzwerken wie ein permanenter Kraftakt zwischen Selbsterklärung und Kritik von außen verhandelt wird.

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