Mal ehrlich: Wer heutzutage noch zwischen zig Streaming- und Mediatheken-Apps jongliert, ist oft schlicht erschöpft. In dieses Dickicht plant nun das ZDF einen eleganten Pfad zu schlagen – und zwar gemeinsam mit ProSiebenSat.1. Konkret dürfen Joyn-Nutzerinnen und Nutzer demnächst direkt auf die Mediathekinhalte des ZDF zugreifen. Das reicht von Nachrichten über Reportagen bis hin zu Dokus und leichter Unterhaltung – alles kostenlos und erfreulicherweise ohne Werbung (meine persönliche Skepsis bezüglich plötzlicher Werbeeinblendungen bleibt, aber laut Ankündigung bleibt’s dabei).
Natürlich bleibt die ZDF-Mediathek die digitale Heimat, aber Joyn öffnet für viele, die sich nicht durch diverse Apps klicken wollen, eine Tür mehr ins öffentlich-rechtliche Medienuniversum. Übrigens: Im O-Ton setzt man auf Phrasen wie 'Sichtbarkeit stärken' – klingt groß, meint aber letztlich, dass in der Flut internationaler Streamingangebote deutschsprachige Inhalte nicht untergehen sollen. Und zwischendrin wirkt das alles fast wie ein schulbuchmäßiges Exempel für das duale System: Statt auf Konkurrenz setzt man in Teilen auf Zusammenarbeit. Interessanterweise bleibt die Hoheit über die Inhalte weiterhin beim ZDF – man denke also eher an „Gastspiel“ als an „Zusammenlegung“.
Kurios: Der Hintergrund dieser Kooperation ist auch der neue Medienstaatsvertrag, der solche Allianzen sogar explizit vorsieht. Deutschland hadert ja traditionell gerne mit seiner Medienlandschaft, doch hier scheint tatsächlich ein Schritt Richtung Zukunft zu passieren – sofern alles wie angekündigt abläuft, versteht sich. Ob das nun tatsächlich ein Modellfall für eine stärkere deutsche Streamingvielfalt wird oder bloß ein gut gemeinter Einzelfall bleibt, sei mal noch dahingestellt.
ZDF und ProSiebenSat.1 planen, das On-Demand-Angebot des ZDF ab 2026 auf Joyn verfügbar zu machen, was kostenlos und ohne Werbung erfolgen soll. Diese technikgetriebene Zusammenarbeit setzt den kooperationsfördernden Medienstaatsvertrag konkret um und will der zunehmenden Internationalisierung und Dominanz globaler Player im Streamingmarkt begegnen. Laut aktuellen Branchenberichten und Pressestimmen gilt die Allianz als strategisch bedeutsam, da so journalistische, kulturelle und unterhaltende Inhalte „Made in Germany“ einem breiteren und jüngeren Publikum leichter zugänglich gemacht werden sollen, wobei sich beide Partner Synergien im Wettbewerb gegen US-Plattformen wie Netflix und Amazon Prime erhoffen.