3satNachwuchspreis für den Kurzfilm 'Catacombs' bei Kurzfilmtagen Oberhausen verliehen
Mainz – Der Film „Catacombs“ (Deutschland, 2026, 29 Minuten), inszeniert von Shehab Fatoum, wird beim Deutschen Wettbewerb der 72. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen mit dem 3satNachwuchspreis ausgezeichnet. Neben dem Preisgeld von 2.500 Euro erhält der Regisseur die Möglichkeit, seinen Film im TV-Programm von 3sat zu zeigen. Die feierliche Verleihung fand am Sonntag, 3. Mai 2026, im Lichtburg Filmpalast Oberhausen statt, übergeben wurde die Auszeichnung von Stefan Zekorn, dem stellvertretenden Chef vom Dienst bei 3sat.
heute 22:04 Uhr | 3 mal gelesen
Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: 'Catacombs' verschiebt Sehgewohnheiten durch einen unsicheren, fragilen Standpunkt und setzt inhaltliche Kapitel in einen Dialog mit Motiven aus der griechischen Mythologie. Shehab Fatoum, gebürtig aus Syrien, thematisiert das Gefühl, nicht mehr in eine frühere Lebensrealität zurückkehren zu können, was nicht nur das Feld der Wettbewerbsbeiträge, sondern auch den Blick auf das heutige Deutschland erweitert. Sitz und Stimme in der Jury hatten in diesem Jahr Mikosch Horn (Kurator), Ebba Jahn (Filmemacherin) und Eva Könnemann (Filmemacherin). Im Rahmen der Kurzfilmtage stellt 3sat außerdem eine Auswahl an Wettbewerbsfilmen vergangenen Jahre in der 3sat-Mediathek zur Verfügung: Darunter 'Monument' (2024, Maksim Avdeev), 'Chrysanthemum' (2025, Jingyuan Luo), 'ghosting mother' (2025, Bernard Mescherowsky), 'Wenn der Nebel kommt' (2023, Laurentia Genske) und 'Trübes Wasser' (2022, Elena Wiener). Letzterer ist bis zum 24. Juli 2026 online zu sehen; die übrigen bis zum 31. Juli 2026.
Mit „Catacombs“ erhält ein experimenteller Kurzfilm den renommierten 3satNachwuchspreis, der sich durch irritierende Erzählweisen und starke thematische Brüche auszeichnet. Fatoum greift darin autobiographisch beeinflusst die Erfahrung von Flucht, Entwurzelung und Mythologie auf – ein Trend, der sich vermehrt in deutschsprachigen Nachwuchsfilmen beobachten lässt. Über die lokale Resonanz hinaus werfen Ereignisse wie die 72. Kurzfilmtage Oberhausen ein Schlaglicht auf neuen, bewusst brüchigen filmischen Ausdruck, der traditionelle Narrative aufbricht und Raum für internationale Perspektiven schafft. Die Veranstaltung selbst gilt als Plattform für Filmemacherinnen und Filmemacher aller Herkünfte und betont Diversität, Themenschärfe und experimentelle Formen. Weitere Informationen zeigen, dass der Fokus auf junge Stimmen im deutschen und europäischen Kurzfilm zunehmend gesellschaftliche Themen aufgreift, digital reflektiert und hybride Kunstformen fördert.