50Hertz mahnt zügigen Bau moderner Gaskraftwerke an

Stefan Kapferer, Chef des Netzbetreibers 50Hertz, pocht auf den dringend notwendigen Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland.

heute 09:37 Uhr | 2 mal gelesen

Wenn mal wieder Flaute herrscht in Sachen Wind und Sonne, dann bleiben die Speicher aktuell hinter den Erwartungen zurück – das gibt zumindest Stefan Kapferer, der Chef von 50Hertz, im ntv-Podcast zu bedenken. An Tagen, an denen kaum grüne Energie produziert wird (Stichwort: Dunkelflaute), liefern die Erneuerbaren oft weniger als ein Zehntel des Bedarfs. Selbst mit optimistischem Blick in die Zukunft – fünf bis zehn Jahre – erwartet Kapferer dann 20 Prozent Deckung. Es bleibt eine enorme Lücke. Batterien sind zwar besser geworden, laufen zum Teil acht Stunden, das klingt erstmal ordentlich. Aber im Vergleich zu einer Dunkelflaute, die teils über 200 Stunden andauert (also über eine Woche!), ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. 'Wir kommen um neue Gaskraftwerke einfach nicht herum', so Kapferer. Die Bundesregierung will bis Sommer eine entsprechende Entscheidung im Bundestag durchbekommen – höchste Eisenbahn, sagt er. Doch die Planung und der Genehmigungsprozess dauern meistens mehrere Jahre, da ist Tempo gefragt. Auf Kohlekraftwerke möchte man aus Klimaschutz- und Flexibilitätsgründen keinesfalls zurückgreifen. Gaskraftwerke seien sauberer und könnten im Zweifel schneller hoch- und runtergefahren werden. Aber das grüne Wachstum wird dadurch nicht ausgebremst. 'Niemand baut jetzt statt einem Windpark plötzlich ein Gaskraftwerk – die Gasvariante ist schließlich die teurere', betont Kapferer. 50Hertz ist großflächig für das Stromnetz im Osten Deutschlands sowie in Berlin und Hamburg zuständig.

Deutschlands Energiewende krankt aktuell an einem kniffligen Problem: Wind und Sonne liefern nicht immer zuverlässig genug Strom, schon gar nicht in längeren 'Dunkelflauten'. Stefan Kapferer, Chef des Netzbetreibers 50Hertz, fordert daher ein beherztes Vorgehen der Politik: Neue Gaskraftwerke sollen schnell gebaut werden, um Engpässe zu überbrücken – denn Batteriespeicher reichen für solch lange Schwächeperioden schlicht noch nicht aus. Jüngste Berichte unterstreichen, dass die geplanten Kapazitäten allein mit Erneuerbaren bis auf weiteres kaum sicherzustellen sind, obwohl Speichertechnologien Fortschritte machen und Gaskraftwerke in Zukunft wasserstofffähig werden könnten. Laut aktuellen Medienrecherchen betonen sowohl Branchenexperten als auch Umweltorganisationen, dass die Ausschreibungen zügig, aber mit Fokus auf grünes Gas und Flexibilität gestaltet werden sollten. Zurzeit beobachtet man ein Ringen in der Bundesregierung um die Finanzierung und die geeignete Rolle der Gaskraft – der Kompromissdruck wächst. Der genaue Gesetzesbeschluss vor der Sommerpause steht als entscheidender Prüfstein für die Versorgungssicherheit und die Balance zwischen Klimazielen und Versorgungspflicht.

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