Irgendwie überrascht es mich nicht und doch staunt man beim genaueren Hinsehen: Mittelständler packen zunehmend auf Rentner als Arbeitskräfte, auch wenn sie eigentlich ihren Lebensabend genießen könnten. Daten von Datev – falls das jemand nicht kennt, das ist die Genossenschaft mit IT-Fokus für Steuerberater & Co – zeigen, dass seit Januar auffällig mehr Menschen im Rentenalter auf dem Gehaltszettel stehen als noch ein Jahr zuvor. Um ganze 2,1 Prozent kletterte die Zahl der sozialversicherungsfreien, vollrentenbeziehenden Senioren im ersten Quartal nach oben. Besonders im März zeigt der Trend Schwung: 3,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, so ein Zuwachs war bisher ziemlich unüblich. Datev geht davon aus, dass die Firmen im März insgesamt etwa 4.300 Vollzeitstellen mehr mit Ruheständlern besetzten – wobei, Hand aufs Herz, die meisten gar nicht Vollzeit arbeiten. Chefökonom Timm Bönke schätzt die Zahl auf rund 9.000 zusätzliche rentenaltersige Erwerbstätige, die durchschnittlich um die zwanzig Stunden pro Woche mit anpacken. Der politische Anstoß dazu? Lief noch im letzten Jahr durch die Regierung, mit dem Ziel, Rentnern das Weiterarbeiten schmackhafter zu machen – jetzt können sie bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Die Grundlage der Analyse ist übrigens ziemlich breit: 5,5 Millionen Lohn- und Gehaltsabrechnungen aus der mittelständischen Wirtschaft, anonymisiert versteht sich. Aber klar: Ob das langfristig so bleibt, werden wir sehen. Und wie fühlen sich eigentlich jene Neu-Arbeitenden dabei? Bleibt offen.
Im Kern beleuchtet der Artikel, wie sich die Beschäftigung von Altersvollrentnern seit Einführung der steuerfreien Aktivrente verändert hat. Die neuen Regelungen erlauben es Rentnern seit Januar 2024, bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei zur gesetzlichen Altersrente hinzuzuverdienen – die Folge ist ein spürbarer Zuwachs an arbeitenden Ruheständlern in mittelständischen Unternehmen. Die Daten stammen von Datev, einem renommierten IT-Dienstleister, der die Lohn- und Gehaltsdaten von etwa 5,5 Millionen Beschäftigten verwertet. Nach aktuellen Medienberichten wird die politische Debatte rund um den Fachkräftemangel davon weiter befeuert; gleichzeitig wachsen gesellschaftliche Diskussionen darüber, ob Arbeit im Alter sinnvoll – oder vielmehr notwendig – ist. Laut mehreren deutschen Nachrichtenquellen wird der Fachkräfteengpass als einer der Haupttreiber gesehen, teils gibt es auch Kritik: Manche befürchten, die Maßnahme könne auf Dauer Ungleichheiten zementieren oder Lebensarbeitszeit indirekt verlängern.