ARTE-Dokuabend: Giftige Wahrheit – Wenn Profit unser Leben bedroht

Straßburg – ARTE beleuchtet am Themenabend die dunkle Kehrseite unseres Fortschritts: Gift, Gier und das große globale Wegsehen.

heute 14:27 Uhr | 2 mal gelesen

Ab dem 24. März gibt es die Highlights online bei arte.tv.

Am 31. März ab 20:15 laufen alle drei Filme hintereinander im Fernsehen.

Der ARTE-Abend verspricht keine Wohlfühl-Unterhaltung, sondern eine schonungslose Reise entlang der Verfehlungen im globalen Umgang mit Umweltgiften. Die Doku "Gift in unserem Alltag – Die Plage der PFAS" rückt die sogenannten "Ewigkeitschemikalien" ins Licht – Substanzen, die sich, einmal freigesetzt, nicht wieder abbauen und ganze Generationen bedrohen. Weiter geht es mit "Giftmüll: Grundwasser in Gefahr": Hier wird sichtbar, wie Altlasten im Untergrund Europas verschwinden – doch was aus den Augen ist, ist noch lange nicht harmlos. Und "Der Preis des Öls" erzählt von mutigen Menschen wie Khalid aus dem Irak, die für ihre Heimat und die Gesundheit der Bevölkerung kämpfen, während internationale Konzerne ihre Gewinne sichern.

Der 31. März im Überblick:

  • 20.15 Uhr | Gift in unserem Alltag – Die Plage der PFAS: Dokumentation von S. Quillet und Q. Noirfalisse, 89 Min. – PFAS sind heimtückische Gefahren, allgegenwärtig in Alltagsprodukten. Trotz nachgewiesener Risiken werden sie weiter verwendet. Stimmen von Betroffenen und Aktivisten bestimmen die Reportage.
  • 21.45 Uhr | Giftmüll: Grundwasser in Gefahr: Doku von G. Buffard, 87 Min. – Unterirdische Deponien sollen unser Gift- und Atommüllproblem lösen, doch niemand weiß genau, wie sicher das wirklich ist. Ein Film über Risiken, Versorgungslücken und Demokratie.
  • 23.15 Uhr | Der Preis des Öls: Dokumentarisches Porträt von D. Etter und E. Garthwaite, 52 Min. – Ein Iraker stellt sich mächtigen Ölinteressen entgegen. Es geht um Krankheit, Tod – und Überlebenswillen.

Weitere Informationen gibt es direkt bei Tonja von Thaden, Presse und PR, ARTE, oder online unter ots.de

Der Themenabend auf ARTE stellt eine wirkungsvolle Anklage gegen die Gleichgültigkeit gegenüber Umweltgiften dar: Während PFAS weiter in Alltagsprodukten kursieren und kaum reguliert werden, zeigen internationale Beispiele von Grundwasserverseuchung oder dem Ölgeschäft, dass Umwelt und Gesundheit oft dem Profitinteresse geopfert werden. Neue Recherchen verdeutlichen, dass PFAS selbst in Deutschland mittlerweile in äußerst hohen Konzentrationen an diversen Hotspots nachweisbar sind, etwa im Umfeld industrieller Anlagen, und dass Behörden und Unternehmen beim Schutz der Bevölkerung oft versagen. Auch juristische Initiativen, wie die geplante EU-Beschränkung für Ewigkeitschemikalien, werden von Lobbygruppen massiv untermauert – ein politisches Ringen, das noch lange nicht entschieden ist. Im Irak wiederum dokumentieren Ärzte, dass die Nähe zu Ölfeldern mit immer mehr Krebserkrankungen und unklaren Todesfällen verbunden ist, weswegen internationale Organisationen endlich strengere Auflagen fordern. Die Dramatik: Wer sich engagiert, landet häufig selbst im Visier von Unternehmen oder wird eingeschüchtert – ein globales Muster. Die Gegenwehr formiert sich trotzdem: Immer mehr NGO-Kampagnen, Bürgerinitiativen und Klagen entstehen. In Summe stellen diese Filme unbequeme Fragen – und es bleibt offen, wieviel Zeit zum Handeln überhaupt noch bleibt.

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