ARTE-Themenabend: Amerikas Zerrissenheit – Einblicke, Widersprüche und offene Fragen

Fünf Jahre sind seit dem schockierenden Sturm auf das Kapitol vergangen – die inneren Spannungen in den USA brodeln weiterhin gefährlich unter der Oberfläche. Donald Trump setzt mit harten Maßnahmen gegen Migranten und umstrittenen Expansionsplänen weltweit neue Brandherde. Ein facettenreicher Themenabend auf ARTE nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Spaltung der US-Gesellschaft, beleuchtet Grönlands geopolitischen Ausnahmezustand und zeigt, wie tiefe Gräben in Familien und Politik bis heute wirken.

08.01.26 17:21 Uhr | 6 mal gelesen

Manchmal ist die Realität seltsamer als jede Fiktion. Am 13. Januar schaut ARTE genauer hin: Was genau hat eigentlich Trumps zweite Amtszeit auf den Kopf gestellt? "Trumps Amerika – Macht, Wandel, Widerstand" nähert sich den Entwicklungen mit einer Mischung aus schonungsloser Reportage und persönlichen Geschichten – gesendet ab 20:15 Uhr. Mit dem sogenannten "Project 2025" und der nach vorne gepreschten Agenda der konservativen Heritage Foundation scheint Tragik und Komik nah beieinander zu liegen: Wer hätte gedacht, dass Amerika erneut öffentlich über seine demokratischen Grundfesten streitet? Weiter geht’s nach Grönland, einer Insel, die bislang wenig Beachtung fand – bis jemand wie Trump plötzlich Interesse anmeldet, vielleicht mit einem Lächeln im Gesicht, aber ganz sicher voller geopolitischer Absichten. Der Film "Grönland – Der neue Rohstoffrausch" wirft einen nüchternen Blick auf die vielschichtige Geschichte, die Rohstoffsucht des 21. Jahrhunderts und auf die Stimmen der Einheimischen, deren Alltag von äußeren Machtspielen aus den Fugen gerät. Doch Politik bleibt nie abstrakt: In "Trump, mein Vater und ich" wird die Kälte der Gesellschaft auf engstem Raum spürbar. Die Familie Reffitt, zerrissen vom Kapitolsturm, fragt sich: Welche Erzählung bleibt, wenn der Staat plötzlich im eigenen Wohnzimmer sitzt? Der Sohn liefert den Vater ans Gericht – echte Loyalitätskonflikte, wie man sie sonst aus Shakespeare-Dramen kennt. Last but not least: "Tracks East – Die Inflation der Empörung", ein Panorama über die heutige Empörungskultur. Polarisiert Trump tatsächlich klüger als seine Kritiker? Oder ist alles längst ein einziges Social-Media-Feuerwerk? Nicht ohne Grund fragt man sich: Wo endet Provokation und wann kippt das Ganze ins Absurde? Persönlich – ich frage mich manchmal, ob überhaupt noch jemand zuhört, während alle immer lauter werden.

Der ARTE-Themenabend beleuchtet die fortwährenden Brüche in der amerikanischen Gesellschaft – von Trumps radikalem politischen Kurs über den Wettstreit um Grönlands Rohstoffe bis hin zu den verheerenden familiären Konsequenzen des Kapitolsturms. Mit ungewöhnlich direkten Einblicken in die Lebensrealitäten vor Ort verdeutlichen die Filme den Zustand der USA: ein Land, das auf der Suche nach sich selbst immer wieder zwischen Tradition, Machtambitionen und gesellschaftlicher Spaltung schwankt. Neueste Berichte zeigen aktuell, wie Präsidentschaftswahl-Vorbereitungen und Debatten über den Zustand der Demokratie – beispielsweise die Diskussion um die politische Einflussnahme auf die Justiz und die weiterhin gespaltene Gesellschaft – die Schlagzeilen bestimmen. Auch in Grönland spitzen sich die Diskussionen um Ressourcenabbau und Einfluss der USA weiter zu, während Familien in den USA nach wie vor mit den Folgen politischer Radikalisierung kämpfen. Die kommenden Wochen könnten nach Meinung zahlreicher Beobachter entscheidend dafür sein, wie sich das Land langfristig positioniert.

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