Kunstmessen gibt es viele, aber nicht jede bringt einen solchen Wind in die Szene wie die ArtVilnius’26, die vom 1. bis 4. Oktober 2026 das gigantische LITEXPO-Gelände mit Kunst, Gesprächen, Staunen – und, wie soll man es sagen, internationalem Flair füllt. Siebzehn Jahre – so alt ist die Messe jetzt, doch alt wirkt sie nie. Im Gegenteil: Mit dem diesjährigen roten Faden, der die drei Metropolen Vilnius, Warschau und Wien miteinander verknotet, zeigt sich die Veranstaltung so dynamisch wie selten zuvor. Wer schon einmal auf der Messe war, der weiß: Die ArtVilnius ist weit mehr als bloß ein Schaufenster. Vieles wirkt wie eine Einladung zur Begegnung – nicht nur berüchtigte Sammler oder geschliffene Galeristinnen mischen sich unters Publikum, sondern auch Kunstlehrer, Studierende und, ja, ganz normale Neugierige mit leuchtenden Augen.
Dieses Jahr ist die Wiener Kunstszene besonders kräftig vertreten. Neben Größen wie der Christine König Galerie und Sturm & Schober kommt sogar ein bisschen Vorarlberger Luft von der Sylvia Janschek Art Gallery – und wenn die Wiener Galerie Meyer Kainer das verschmitzt-verspielte Künstlerkollektiv Gelatin präsentiert, ist sowieso das Unerwartete garantiert. Das Programm klingt aufregend: Neben der klassischen Galerienausstellung gibt es die „Project Zone“, Skulpturen, Performances und Experimentelles – abgesehen von Diskussionsrunden zu Sammlerkultur, Zukunft digitaler Kataloge und anderen schrägen wie relevanten Fragen.
Was mich immer wieder erstaunt: Vilnius ist inzwischen kein Geheimtipp mehr. Die Stadt öffnet sich jeden Herbst aufs Neue für Kunstaffine von nah und fern, und mit jedem Jahr wächst das internationale Publikum. Die Fakten sprechen eine eigene Sprache: Ein wachsender Anteil internationaler Besucher, eine boomende Gastronomie, und nicht zuletzt eine Altstadt, in der zwischen gotischen Mauern plötzlich moderne Galerien aufblitzen. Es ist, als würde die Zeit in Vilnius manchmal Pause machen, damit Kunst und Geschichte gemeinsam einen Kaffee trinken können.
Ach ja, falls jemand gerade mit dem Gedanken spielt, das Sammeln zu beginnen: Der „Young Collector’s Stand“ bietet Originale zu freundlichen Preisen – vielleicht finden sich dort die ersten kleinen, großen Schätze fürs eigene Wohnzimmer.
Die wichtigsten Eckdaten nochmal zum Schluss: ArtVilnius’26 besetzt vom 1. bis 4. Oktober LITEXPO, 70 Galerien aus vielen Ländern spannen den Bogen auf, am ersten Tag kommen nur VIPs zum Zug, danach darf jeder rein. Und zur Not kann man immer noch Hans-Georg Mayer fragen, der die Fäden kommunikativ in der Hand hält. All das – „nur“ eine Kunstmesse? Ich glaube, sie ist inzwischen viel mehr als das.
ArtVilnius'26 präsentiert sich als impulsstarker Treffpunkt der zeitgenössischen Kunst zwischen Vilnius, Warschau und Wien, mit 70 Galerien und kräftiger österreichischer Beteiligung. Das dichte Programm (Project Zone, „The Path“, Talkrunden und Bildungsinitiativen) zieht nicht nur etablierte Sammler, sondern auch junges Publikum und Kunstneulinge an – insbesondere durch die neue Sammler-Plattform für Kunst unter 1.000 Euro. Vilnius nutzt dabei die gestiegene internationale Aufmerksamkeit und verbindet seine reiche Geschichte und UNESCO-geschützte Altstadt mit einer erfrischend zeitgenössischen, paneuropäischen Kunstszene.
Erweiterte Details: Ergänzend berichtet die taz über die wichtige Rolle solcher Messen für die Förderung kultureller Vielfalt und lokalen Austausch in Zentraleuropa, während aktuell von steigender Bedeutung der Kunstvermittlung für junge Generationen und der Relevanz digitaler Plattformen im Dialog zwischen Künstlern, Kuratoren und Publikum gesprochen wird. Nach neuesten Zahlen von Lithuanian Travel stiegen die Besucherzahlen 2025 deutlich an, was auch der internationalen Sichtbarkeit und touristischen Anziehungskraft kultureller Großereignisse wie der ArtVilnius zugeschrieben wird. Darüber hinaus rückt die Messe durch Veranstaltungen wie "ArtVilnius Talks" die Herausforderungen und Chancen von Kunstförderung in Zeiten politischer Umbrüche ins Scheinwerferlicht.