Manchmal fühle ich mich an die Tankstelle versetzt wie auf einem Jahrmarkt voller Preisüberraschungen – allerdings eher auf der Achterbahn. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts sind die Kosten für alles rund ums Autofahren im März 2026 um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die allgemeine Teuerungsrate hinkt mit 2,7 Prozent da schon fast hinterher. Richtig rein haut der gestiegene Kraftstoffpreis: Im März 2026 musste man an der Zapfsäule satte 20 Prozent mehr hinlegen als ein Jahr davor. Diesel ist dabei mit fast 30 Prozent Plus trauriger Spitzenreiter – Superbenzin folgt mit 17,3 Prozent ebenfalls recht deutlich. Und Autogas? Eigentlich immer der 'günstige Außenseiter', verteuerte sich um immerhin 1,1 Prozent. Reparaturen, Parkgebühren, Gebrauchtwagen, sogar der Besuch in der Fahrschule – alles zieht an. Lediglich Ersatzteile und Zubehör wurden im Vergleich einen Tick günstiger – aber ein schwacher Trost.
Auch beim Ticket für den öffentlichen Nahverkehr ist Sparen schwer: Wer Bus und Bahn kombiniert nutzte, zahlte im März 2026 durchschnittlich über 6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Hier schlägt vor allem die Anhebung beim Deutschlandticket seit Januar 2026 durch, auch Nahverkehr und Fernverkehr bei der Bahn sind gestiegen. Im Fünfjahresvergleich türmt sich das richtig auf: Von 2020 bis 2025 wurde das Autofahren insgesamt mehr als 31 Prozent teurer, vor allem durch galoppierende Versicherungs- und Gebrauchtwagenpreise. Kraftstoffe kosteten 2025 sogar rund 37,5 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Aber nicht alles zieht gleich an: Garage und Stellplatzmiete und die Kfz-Steuer blieben relativ stabil. Im Gegenteil dazu gab es mit der Einführung des Deutschlandtickets 2023 einen überraschenden Preissturz für Kombi-Tickets – minus 18 Prozent wohlgemerkt. Ein bisschen Erleichterung also, obwohl gerade jetzt wieder an der Preisschraube gedreht wird.
Übrigens: Ein durchschnittlicher Haushalt gab 2023 etwa 361 Euro monatlich für Mobilität aus. Das entspricht knapp 12 Prozent der gesamten Ausgaben – und liegt hinter Wohnen und Essen. Besonders ins Gewicht fielen dabei Anschaffung und Leasing von Pkw sowie die Ausgaben für Sprit. Es bleibt die Frage: Wohin dreht sich diese Preis-Spirale denn noch?
Deutschlands Autofahrer spüren derzeit massiv, dass Mobilität mehr kostet: Hauptfaktor sind rapide gestiegene Kraftstoffpreise, ausgelöst unter anderem durch geopolitische Schieflagen wie den Nahost-Krieg und höhere Beschaffungskosten. Aber auch Wartung, Reparatur und Versicherungen schlagen stärker zu Buche; insbesondere Diebstahlschutz und gestiegene Ersatzteilpreise treiben laut Branchenverbänden die Kfz-Versicherungen nach oben (aktuell auch wegen Inflation und gestiegener Lohnkosten). Parallel wirken die steigenden Preise für Tickets im Nahverkehr – besonders nach der Preiserhöhung des Deutschlandtickets – als Kostenfaktor, was Pendler und Städte gleichermaßen betrifft. Im Rückblick ist auffällig: Während das Deutschlandticket anfangs zu einem vorübergehenden Preisrückgang für ÖPNV-Kombo-Tickets geführt hat, wurde dieser Entlastungseffekt inzwischen durch die erneuten Preisanstiege weitgehend aufgehoben. Für die Zukunft erwarten Experten weitere Preissprünge insbesondere im Bereich Spritpreise, auch wegen erwarteter CO₂-Bepreisung und möglicher Engpässe durch geopolitische Krisen.