SPD bremst Debatte um Kürzungen bei Lohnfortzahlung im Krankheitsfall aus

Innerhalb der SPD regt sich Skepsis gegenüber Vorschlägen, den Anspruch auf Lohnfortzahlung schon am ersten Tag einer Krankmeldung zu streichen. Fraktionsvize Esra Limbacher betont, dass dies nicht im Sinne seiner Partei sei, schließt fortwährende Diskussionen über Reformen aber dennoch nicht kategorisch aus.

heute 08:44 Uhr | 2 mal gelesen

Esra Limbacher, Vizevorsitzender der SPD-Fraktion, stellte sich jüngst öffentlich gegen Bestrebungen, die Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag abzuschaffen. "Eigentlich kämpfen wir eher dafür, dass sie bleibt, wie sie ist", so Limbacher im Gespräch mit RTL und ntv. Doch – und hier wird es ein wenig diffizil – ganz ausschließen möchte er eine Debatte darüber offenbar nicht. Denn: 'Künftig werden wir nicht mehr jede Herausforderung mit zusätzlichen Mitteln lösen können.' Schon jetzt zeichnet sich die Notwendigkeit größerer Strukturreformen ab, meint er. Limbacher plädiert für eine ehrliche, offene Diskussion, in der keine Option vorschnell beiseitegeschoben wird. Ein Spagat zwischen Klientelpolitik und Reformwillen, der in Zeiten knapper Kassen fast unausweichlich erscheint. Vielleicht fühlt es sich für viele an wie ein Balanceakt zwischen Pragmatismus und Prinzipientreue – die Zukunft bleibt offen.

Die Debatte um eine mögliche Streichung der Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag flammt in Deutschland wieder auf und stößt insbesondere in der SPD auf Widerstand. Fraktionsvize Esra Limbacher bekräftigte, dass ein solcher Schritt nicht zum Programm der SPD gehöre, betonte aber auch, dass angesichts begrenzter Haushaltsmittel grundsätzliche Strukturreformen nötig seien und es ein Fehler wäre, Diskussionen reflexhaft auszuschließen. In aktuellen Medienberichten wird deutlich, dass ein Balanceakt zwischen sozialpolitischer Verantwortung und fiskalischen Zwängen entsteht, wobei Gewerkschaften und Sozialverbände bereits vehement vor einer Aushöhlung des Schutzes für Arbeitnehmer*innen warnen. Hinzu kommt laut jüngster Berichterstattung, dass in ganz Europa ähnliche Debatten um die Absicherung im Krankheitsfall geführt werden – ein Indikator für einen sich wandelnden Umgang mit Arbeitsrecht und Sozialstaat in Deutschland.

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