Barrieren abbauen: ARD stärkt Inklusion für Menschen mit Behinderungen

Hamburg – Die ARD setzt ein deutliches Zeichen in Sachen Inklusion. Mit dem neuen Aktionsplan für die Jahre 2026 bis 2028 sollen Medieninhalte für Menschen mit Behinderungen viel zugänglicher werden. Schwerpunkt ist der Ausbau der ARD Mediathek, mit mehr Formaten in Gebärdensprache und Audiodeskription, finanziell abgesichert durch mehr als 1,7 Millionen Euro über drei Jahre. Technische sowie redaktionelle Maßnahmen in allen Landesrundfunkanstalten kommen oben drauf – und das ist längst überfällig.

heute 13:50 Uhr | 3 mal gelesen

Gebärdensprache: Angebot in der Mediathek wächst sichtbar

Die ARD übernimmt Verantwortung und erweitert ab sofort ihr Portfolio an Sendungen in Deutscher Gebärdensprache (DGS). Dabei reicht die Palette ab diesem Jahr von hochwertigen Dokus über Unterhaltungsshows bis hin zu investigativem Journalismus. Sportdokus, Krimi-Serien und Talk-Highlights sollen spätestens 2028 ebenfalls Folgen mit Gebärdensprache erhalten. Außerdem profitieren beliebte Formate wie Tatort, Polit-Magazine oder Kindersendungen im Ersten von DGS-Versionen – und zwar immer häufiger. Ein Detail am Rande, das oft übersehen wird: Auch die Instagram-Community bekommt Unterstützung – der bekannte Kanal 'Hand drauf' erreicht bereits zehntausende Nutzer und wird jetzt offiziell ins ARD-Angebot integriert.

Hörfilme für Sehbehinderte: Dokus bekommen Stimmen

Blinde und sehbehinderte Zuschauer erhalten sukzessive mehr Sendungen mit Audiodeskription, speziell im Bereich Dokumentation. Naturfilme, investigativ-journalistische Reihen und Sportsendungen sind künftig mit Hörbeschreibung verfügbar – auch im Sport, wo etwa Fußball- und Handballübertragungen regelmäßig audiodeskribiert werden. Der Bildungsbereich stockt auf: ARD Wissen setzt mittelfristig konsequent auf Barrierefreiheit und bietet bald alles, was geht – von Untertiteln bis zur Audiodeskription. Selbst bei Kinderdokus wie 'Schau in meine Welt' wird ab 2027 nachgebessert.

Einfache und Leichte Sprache: Information für alle

Das Problem ist bekannt: Millionen in Deutschland kämpfen mit zu schweren Texten. Die ARD bündelt Angebote in Einfacher Sprache, sogar auf WhatsApp gibt es ab Mitte 2024 tägliche Nachrichten speziell für diese Zielgruppen. Besonders der Service auf tagesschau.de schafft echte Zugänglichkeit, indem er den Dschungel der Nachrichten für jene lichtet, für die komplizierte Sprache sonst ein echtes Hindernis ist.

Untertitel: Ziel fast erreicht, letzte Lücken schließen sich

Schon jetzt sind beinahe alle Sendungen im Ersten untertitelt, die Dritten Sender ziehen nach – doch überall gibt es noch einzelne Lücken. Die ARD hält Kurs, bietet künftig umsichtig noch mehr untertitelte Beiträge an und nutzt darüber hinaus KI-Lösungen für Live-Streams. Wer also auf diese Hilfsmittel angewiesen ist, kann sich über eine wachsende Verlässlichkeit und Vollständigkeit freuen.

Das Thema barrierefreier Medienzugang gewinnt zunehmend an gesellschaftlicher Relevanz – kaum jemand dürfte bestreiten, dass echte Teilhabe entscheidend für eine demokratische Öffentlichkeit ist. In den letzten Jahren gab es immer wieder Kritik, dass Angebote für Menschen mit Behinderungen zwar oft versprochen, aber selten konsequent umgesetzt werden – ein Vorwurf, den die ARD nun offenbar beherzigt. Laut Medienberichten wird dabei nicht nur das Programmangebot erweitert, sondern auch technisch nachgebessert: Verbesserte Apps, vereinfachte Navigation und stärkere Beteiligung von Betroffenen an der Planung sollen die Innovations-Offensive abrunden. Außerdem wird diskutiert, wie andere private und öffentlich-rechtliche Anbieter nachziehen könnten – ob das den Knoten platzen lässt, bleibt spannend. Ergänzend dazu startete ZDF digital im Mai 2024 eine Vergleichsstudie zu Barrierefreiheit in deutschen Mediatheken (vgl. https://www.zdf.de), um die Fortschritte messbar zu machen.

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