Eine Mauer aus über 3.000 Lidl-Produkten – Obst, Müslipackungen, Werkzeug-Boxen, Sportzubehör und alles, was man sonst eher aus dem wöchentlichen Einkauf kennt – bildete eine knapp 6 Meter hohe Barriere zum Berühmtwerden. Die Aktion war eine Mischung aus sportlicher Herausforderung und Werbestunt, die so skurril anmutet, dass sie schon wieder sympathisch wirkt. Quasi David gegen Goliath, nur dass der Goliath diesmal Großmarke heißt, die sich nicht mit einer einfachen Stange, sondern mit ihrem kompletten Sortiment brüstet.
Duplantis – Stabheld, Social-Media-Liebling, Alleskönner – ließ sich zu dem Sprung per Instagram-Challenge verführen. Dreimal holte er Schwung: Beim ersten Versuch crasht er krachend in die Produktberge, alles wird wiederaufgebaut, beim zweiten Mal stoppt er abrupt vor der Mauer. Der dritte Anlauf dann: elegant, kraftvoll, ein bisschen atemlos für alle Beteiligten – und tatsächlich fliegt er darüber. Wenn man die Szene in Zeitlupe sieht, spürt man fast, wie surreal dieses Bild ist: Weltmeister trifft auf Dosenmais, Proteinshakes und Partyzubehör. Manche würden sagen, ein Sprung für die Ewigkeit (oder wenigstens für’s Internet).
Die Lidl-Chefs jubeln, Instagram glüht – alles ein kleines bisschen überdreht, aber unterhaltsam. Im Hintergrund steht: Die Produkte, die jetzt wahrscheinlich eine Delle haben, landen nicht im Müll. Sondern werden an Bedürftige in Stockholm weitergegeben. Das Ganze wirft auch Fragen auf: Wie viel PR braucht Hochleistungssport? Kann ein Lebensmittel-Discounter plötzlich Image für Nachhaltigkeit und Gesellschaftssinn gewinnen – durch einen Sprung? Vielleicht. Zumindest bricht diese Aktion mit Routine und Einfallslosigkeit, wie man sie sonst oft sieht. Überraschend ehrlich dabei die Zweifel mancher, ob das überhaupt Sport ist. Duplantis selbst sagt: "Das war wohl mein verrücktester Rekord. Und wahrscheinlich der einzige, den keiner mehr kopiert."
Armand Duplantis, der schwedische Ausnahme-Stabhochspringer, hat in Stockholm einen Werbe-Rekord der etwas anderen Art aufgestellt: Über eine 5,50 Meter hohe Mauer, gebaut aus zahlreichen Lidl-Eigenmarken, sprang der Weltrekordler nach drei Versuchen erfolgreich hinweg. Die Marketingaktion unterstreicht nicht nur das breite Sortiment des Discounters, sondern setzt auch auf Nachhaltigkeit, da alle verwendeten Produkte danach an soziale Einrichtungen in Schweden gespendet wurden. Aktuelle Medienberichte loben die Kommunikationsleistung, zeigen aber auch Stolpersteine solcher spektakulären PR-Stunts – etwa den schmalen Grat zwischen Marketing und echtem sozialen Mehrwert. Interessant ist auch, dass Duplantis so die Brücke zwischen digitaler Selbstdarstellung und klassischem Sport schlug, indem er seine Follower nah an den Aktionen teilnehmen ließ. Von anderen großen Medien wird betont, dass solche Events auch Diskussionen über Konsum, gesellschaftliche Verantwortung und die Rolle des Sports in der Werbung neu entfachen.