Die Liste der Probleme bei Neubauprojekten in Deutschland liest sich wie ein schlechter Witz – wenn es nicht so ernst wäre. Explosion der Baupreise, galoppierende Inflation, hohe Zinsen. Und dann noch ein endloser Koalitions-Zoff auf Bundesebene, der viele Projekte schon am Start blockiert. Bereits 2023 lag die Zahl der fertiggestellten Wohnungen mit 206.000 auf einem traurigen Tiefpunkt. Und der GdW-Präsident Gedaschko rechnet damit, dass diese magische Grenze von 200.000 in diesem Jahr sogar noch unterschritten wird.
Interessant – obwohl der Staat beim sozialen Wohungsbau viele Zusatzkosten abfängt, frisst das System scheinbar irgendwann seine Ressourcen auf. Gedaschko kritisiert vor allem die wiederkehrende Bürokratie, die das Ganze in teure Höhen treibt. Die vielen DIN-Normen, immer neue Auflagen... Versuche mal, da noch schnell und bezahlbar zu bauen!
Das Alternativrezept, das der Branchenverband vorschlägt, klingt überraschend bodenständig: zurück zu einem Bauen wie im Jahr 2006. Einfache Standards, weniger Vorschriften – damit könnten laut Schätzungen der Branche Baukosten um bis zu 15% sinken. Und man könnte sogar aus gleichem Budget mehr Sozialwohnungen rausholen. Aber aus Regierungskreisen, speziell aus den Ministerien in Berlin, kommt wenig Resonanz – jeder kämpft um eigene, teils recht komplizierte Regelungen. Das sei genau das Gegenteil von „Deutschland-Tempo.“
Unterm Strich erwartet der GdW, dass Mieter und Bauherren weiterhin vor allem mit Mangelsituationen, hohen Preisen und Stillstand konfrontiert werden. Also: Weniger Bau, mehr Frust, kaum Hoffnung auf baldige Besserung – so sieht’s laut Branche aktuell aus.
Die Lage am Wohnungsbau-Markt in Deutschland bleibt angespannt: 2023 wurden nur 206.000 Wohnungen gebaut – ein historisches Tief, das laut GdW-Chef Gedaschko 2024 sogar noch unterschritten werden könnte. Die Hauptprobleme sind steigende Baukosten, hohe Zinsen, gravierende Bürokratie und politisches Gezänk, wodurch ein notwendiger Aufschwung ausgebremst wird. Neue Ideen wie der Gebäudetyp E oder ein Rückbau der Standards auf das Niveau von 2006 stoßen bislang auf wenig politische Unterstützung, obwohl sie laut Verbandsangaben dringend benötigte Entlastungen bringen könnten. Jüngste Recherche zeigt außerdem, dass laut Bundesbauministerium der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum weiter wächst und Investoren sich zunehmend zurückziehen (spiegel.de, sz.de). Weitere Stimmen aus der Politik und von Mieterschützern betonen, dass derzeit vor allem Familien und Geringverdiener unter der Wohnraumknappheit leiden. Einige Experten sehen in einer moderaten Entbürokratisierung und spezieller Förderung für Sozialwohnungen die einzige kurzfristig realisierbare Lösung, während Bauministerin Klara Geywitz im Juni erneut auf langfristige Strukturänderungen pochte.