Bayer-Chef hält Deutschland für unattraktiv – Strompreise, Bürokratie und lähmende Kosten bremsen Innovation

Bill Anderson, Vorstandsvorsitzender von Bayer, beklagt öffentlich die ungünstigen Rahmenbedingungen für Unternehmen in Deutschland.

heute 06:41 Uhr | 4 mal gelesen

Strompreise, so Bill Anderson, seien in Deutschland „kein harmloses Nebenthema“ – stattdessen wisse „jeder, der rechnen kann“, dass Energie hierzulande ein echtes Brett sei: mehr als dreimal so teuer wie an der Golfküste von Texas, mehr als doppelt so hoch wie in China. Da kommt einiges zusammen. Dazu: Lohnnebenkosten, gegen die sich mit jedem Monat zunehmend jeder Widerstand wie Matsch anfühlt. Und als wäre das alles nicht schon absurd genug, bremsen endlose Berichtspflichten und Verordnungen den Betrieb weiter aus. 'Viel Gerede, aber keine wirkliche Entlastung,' meint Anderson, und er wirkt dabei nicht wie jemand, der schnell den Mut verliert – doch Stillstand ist eben auch nicht sein Ding. Interessant übrigens: Das Angebot eines Praktikums an einen Bundeskanzler hält er für überflüssig – Friedrich Merz sei schließlich nicht auf den Kopf gefallen und habe schon einiges an Führung mitbekommen. Trotzdem: Anpacken, statt Abwarten – Anderson vermisst eine visionäre Mission für das Land. 'Der Erfindergeist in Deutschland schläft vielleicht – aber tot ist er noch lange nicht.' Es braucht mehr als politische Durchhalteparolen, sinniert er, nämlich Führung, die wirklich etwas ins Rollen bringt. Klingt fast schon nostalgisch, aber vielleicht ist es genau das, was Deutschland tatsächlich fehlt.

Bayer-CEO Bill Anderson quadrifiziert – eigentlich kann man das nicht anders sagen – die stark gestiegenen Strompreise und die endlose Bürokratie in Deutschland als massive Hemmnisse für Unternehmen. Noch immer, so glaubt er, redet die Politik mehr, als dass sie handelt, während Berichtspflichten und Regularien sich wie ein Netz über die Wirtschaft legen. Aktuelle Recherchen zeigen: Inzwischen klagen nicht nur große Konzerne, sondern auch die deutschen Mittelständler über kaum noch tragbare Energiekosten, verstärkte Regularien und drohende Investitionsabwanderung; viele warnen, dass der Reformdruck zum „Investitionsstau“ wird. VDI und DIHK haben jüngst angemahnt, die Politik müsse schneller und radikaler deregulieren und in den Erhalt von Innovationskraft investieren. Parallel offenbaren neue Berichte die Tendenz großer Industrieunternehmen, Produktionsteile aus Deutschland zu verlagern – ein Alarmsignal für den beschäftigungsstarken Standort.

Schlagwort aus diesem Artikel