Ich weiß noch, wie ich damals die Live-Übertragung gesehen habe: Trump, großspurig und mit beängstigender Leichtigkeit stellte er in Aussicht, ein Land 'in die Steinzeit' zurückzubomben. Verantwortung klingt anders, meint zumindest Franziska Brantner. Ihre Worte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland klingen warnend: Wer solche Fantasien öffentlich pflegt, zeigt, dass internationale Ordnung und Weitsicht in Washington gerade seltene Gäste sind. Trumps Wortwahl – und das Gepolter gegen die eigenen Partner in der Nato – sorgt bei Brantner für Kopfschütteln. Sie spricht sogar davon, die USA seien unter Trump kein verlässlicher Partner mehr, sondern inzwischen 'Risikofaktor.'
Eigentlich seltsam: Jahrzehntelange transatlantische Beziehungen scheinen immer wieder durch solche Szenen ins Wanken zu geraten. Brantner nutzt die Gelegenheit, um den Ruf nach einer starken europäischen Verteidigungsunion lauter werden zu lassen – etwas, das sie nun als sicherheitspolitische Notwendigkeit, nicht als bloße Vision bezeichnet. Wer da noch zaudert, ist für sie schon ein Teil des Problems.
Trump, das darf man nicht vergessen, hatte nicht nur dem Iran mit massiven Militärschlägen gedroht, sondern die Nato-Länder als 'Feiglinge' geschmäht und sogar einen Austritt der USA ins Spiel gebracht. Vieles ist daran verstörend – zugleich ist es auch eine Mahnung an Europa, nicht länger in Abhängigkeit zu verharren.
Unlängst sorgten Trumps Äußerungen über Iran und die Nato nicht nur in Deutschland für große Unruhe. Sein Suggestivton, militärische Ziele im Iran binnen Wochen zu erreichen und das Land bei Bedarf 'in die Steinzeit' zurückzubomben, trifft in vielen europäischen Hauptstädten auf Entsetzen und Kritik. Franziska Brantner von den Grünen spricht dabei aus, was viele denken: Das Bild der USA als stabilen Partner wankt, und die Notwendigkeit einer eigenständigen europäischen Verteidigung wird immer drängender.
Nach jüngsten Berichten (u.a. auf Zeit Online, Süddeutsche Zeitung und FAZ) wird in Europa gerade auf höchster politischer Ebene diskutiert, wie die Nato in der Ära nach Trump aufgestellt sein kann und ob eine gemeinsame Verteidigungsstruktur innerhalb der EU beschleunigt werden muss. Auf Nato-Gipfeln sind die divergenzen klar geworden – besonders Frankreich und Deutschland mahnen an, nicht länger auf Washington zu vertrauen. Zudem wird angemerkt, dass Moskaus aggressivere Haltung und Chinas globale Ambitionen in dieselbe Richtung drücken: Der europäische Kontinent muss seine Hausaufgaben machen und unabhängiger werden.