Bundesapothekerkammer sieht Chancen durch neue Anerkennungsgesetze

In Berlin regt sich leise Erleichterung: Die Bundesapothekerkammer lobt das geplante Gesetz, das ausländischen Apothekerinnen und Apothekern einen schnelleren Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt ermöglichen soll. Präsident Dr. Armin Hoffmann betont, dass besonders in den kommenden Jahren eine wachsende Lücke in den Apotheken drohe – deshalb brauche es dringend mehr qualifizierte Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland und weniger bürokratische Umwege. Die Versorgungsqualität, so Hoffmann, bleibe dennoch gesichert.

heute 11:05 Uhr | 1 mal gelesen

In einem überraschend offenen Statement bekräftigt Dr. Hoffmann, dass die Bundesapothekerkammer den jetzt beschrittenen Weg hin zur Kenntnisprüfung als Standardverfahren für Quereinsteiger aus sogenannten Drittstaaten entschieden unterstützt. Der vorher übliche, oft schwer durchschaubare Prüfprozess zur Anerkennung ihres Abschlusses entfällt größtenteils – das könne den Einstieg für viele Engagierte enorm beschleunigen. "Ein bisschen Mut zur Vereinfachung tut auch der Versorgungslandschaft gut," sagt Hoffmann und spielt damit auf langwierige Anerkennungsverfahren an, die bisher wie ein Kaugummi alles verzögerten. Natürlich sieht die Kammer Nachbesserungsbedarf bei den Ausbildungsregularien, etwa bei der Approbationsordnung und ihrem veralteten Stand. Hoffmann plädiert dabei für mehr Aktualität – die pharmazeutische Welt dreht sich gefühlt immer schneller, und Regularien müssten mithalten können. Er verweist auf den Vorschlag der Kammer aus 2022, der Grundlage für weitere Gespräche mit dem Bundesgesundheitsministerium sein soll. Informationen finden Interessierte wie üblich unter www.abda.de. Bei Fragen melden sich Medien bitte direkt bei den bekannten Kontakten.

Das neue Gesetz vereinfacht nicht nur den Zuzug qualifizierter Apotheker aus Nicht-EU-Ländern, sondern ist eine direkte Antwort auf den absehbaren Nachwuchsmangel in vielen Apotheken – das berichteten in den letzten Tagen zahlreiche Branchenmedien. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, planen auch weitere Heilberufe ähnliche Vereinfachungen, um Engpässe in der medizinischen Versorgung abzufedern. Unterdessen bleibt der Diskurs über Ausbildung, Kontrolle der Qualifizierung und Anpassung der deutschen Standards lebendig – nicht nur unter Experten, sondern auch bei Patientensprechstunden und in Fachforen. Im Kontext des deutschen Arbeitsmarkts zeigt sich das Thema zudem als Spiegel für die generelle Diskussion um Zuwanderung und demografischen Wandel, was etwa auch von der Süddeutschen oder FAZ kritisch und vielstimmig begleitet wird.

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