Eine Sitcom, die in der Steinzeit spielt – das klingt erstmal nach Mammuts und steinernen Keulen. Aber „Cave Painter“ will mehr. Die Realserie, entwickelt als israelisch-deutsch-französische Koproduktion (SKLAN&KA, SAMKA, Nickelodeon, yes, HOT, NDR, SWR, hr), orientiert sich an jungen Zuschauerinnen und Zuschauern zwischen Kindheit und Teenageralter. Im Mittelpunkt steht der 15-jährige Ubu, der als Jäger so erfolglos ist wie ein Fisch an Land – seine Leidenschaft: Höhlenmalerei. Ubus künstlerische Ergüsse auf Felswänden sorgen nicht nur im Stamm für Aufruhr, sondern bringen auch frischen Wind in alte Geschichten übers Erwachsenwerden, über Freundschaft oder das peinliche Gefühl, anders zu sein. Unterstützung bekommt Ubu von seinem besten Kumpel Ringo und der unerschrockenen Jägerin Booga. Blöd nur, dass Ubu in Booga verliebt ist, sie aber ein Auge auf Beef, den angesagten Jäger des Stammes, geworfen hat. Ubu steckt also knietief im ganz normalen Gefühlsdschungel – inklusive stressiger Familie, genervtem Häuptlingsvater und einer Schwester, die mit neuen „Erfindungen“ alles auf den Kopf stellt. Ob Ubu den Mut findet, seinen eigenen Weg zu gehen (und vielleicht Boogas Herz für sich zu gewinnen), bleibt spannend – und wird dabei herrlich komisch erzählt.
„Cave Painter“ greift auf augenzwinkernde Weise klassische Coming-of-Age-Themen in ungewöhnlicher Kulisse auf: Die Kombination aus Steinzeit-Setting, jugendlichem Liebeskummer und künstlerischer Selbstfindung ist nicht nur für junge Zuschauer interessant – sie kann auch Erwachsene zum Schmunzeln bringen. Mit einer internationalen Produktionscrew und vielfältigen Charakteren setzt die Serie auf humorvolle, manchmal auch freche Perspektiven auf Familie, Identität und Kreativität. Die Recherchen zeigen: Aktuell wird das Thema kindgerechtes Erzählen in neuen Formaten in den Medien oft diskutiert, die Debatten drehen sich etwa um Diversität, moderne Werte oder die Rolle von Humor im Kinderprogramm – zum Beispiel sehen Medienmacher Chancen und Risiken in der Verbindung historischer Stoffe mit heutigen Lebensrealitäten. „Cave Painter“ könnte hier durchaus neue Akzente setzen.