Den Startschuss setzte Herfried Langer von Tor 5 Architekten aus Bochum mit seinem Vortrag zum Thema "Bezahlbarer Wohnraum: Bauen und Sanieren – aber wie?" Er brachte auf den Punkt, was viele in der Branche erleben: Die Ansprüche seitens der Politik seien zahllos, Lösungen selten simpel. "Am Ende entscheidet doch, was der Mieter sich leisten kann – alles andere ist Augenwischerei", so Langer. Er stellte Beispiele aus seiner eigenen Praxis zur Debatte, dabei kam die Frage auf: Was bedeutet 'bezahlbar' wirklich? Die Antwort: Es gibt keinen festen Wert, sondern es hängt an der jeweiligen Lebenswelt der Mieter.
Quadratmeter klingen effizient, kosten aber Nerven
Langer stellte fest: Während wir immer nachhaltiger bauen, klettern die Baupreise seit Jahren steil – und oft steigen auch die Ansprüche an die Fläche. Wohnungen werden größer, der einzelne Energiebedarf bleibt trotz besserer Technik erstaunlich hoch. "Wir gehen verschwenderisch mit Raum um", meint Langer. Trotz aller cleveren Energieeinsparungen bleibt der Pro-Kopf-Verbrauch konstant.
Die zunehmende Komplexität im Bausektor – ganze 20.000 Regelwerke müssen eingehalten werden – sieht der Architekt als lähmendes Problem. Sein Rat: mehr Standardisierung, digitalen Fortschritt nutzen, intelligente Grundrisse wagen. Es bleibt dabei: Qualität geht über Quadratmeter. Langer zeigte, wie er aus Altbauten mit kreativer Planung und sinnigen Konzepten wirtschaftlich attraktive Räume zaubert – manchmal sogar, indem ein alter Bau einem schlankeren weicht.
Badsanierung: Alltagstauglich, auch wenn die Leute noch darin wohnen
Handfest wurde es, als Niklas Blome aus seinem Unternehmeralltag berichtete. Mit seriellem Sanieren von Bädern kennt er sich aus: Schnelligkeit, ordentlich vorgefertigte Elemente, und das alles, ohne die Bewohner auszuquartieren. "Unsere Leute müssen ein Bad in zehn Tagen schlüsselfertig herstellen können", erklärte er. Flexible Grundrisse, die unterschiedlichen Ansprüchen und Lebensformen Rechnung tragen, sind dabei ein Schlüssel. Die Qualitätssicherung, so Blome, darf nicht am einzelnen Handwerker hängen bleiben, sondern muss fest im System verankert sein.
Wärmepumpen – die Heizungslösung von morgen?
Richtig in die Tiefe gingen die Teilnehmer in den Workshops von STIEBEL ELTRON: Technik zum Anfassen, Zukunftslösungen besprechen. Wärmepumpen standen klar im Mittelpunkt, denn sie könnten viele traditionelle Heizsysteme ersetzen. Neben Lösungen für große Gebäude lag der Fokus auch auf schnellen Heizungs-Umrüstungen. Fazit von Udo Steinberg: "Das Forum brachte frischen Wind, neue Kontakte und echte Austauschmomente – genau das braucht die Branche."
Pressekontakt:
Henning Schulz
Leiter Unternehmenskommunikation
Tel.: +49 (0) 55 31 / 70 29 56 85
henning.schulz@stiebel-eltron.de
Das Immobilienforum von Stiebel Eltron zog etwa 60 Experten aus Bau- und Immobilienwirtschaft an und bot praxisnahe Einblicke, wie bezahlbarer, energetisch nachhaltiger Wohnraum tatsächlich entstehen kann. Im Vordergrund standen Fragen nach sinnvollen Grundrissen, der Reduktion von Vorschriften und dem Einsatz von Technik wie Wärmepumpen – beleuchtet durch persönliche Erfahrungen und kritische Reflexion der Referenten. Neuere Berichte warnen aktuell vor weiter steigenden Baukosten, einer wachsenden Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf dem Wohnungsmarkt und betonen die Notwendigkeit einer stärkeren politischen Unterstützung für leistbare Mieten und energetische Sanierung; manche Stimmen fordern zudem mehr Mut zu radikalen Vereinfachungen bei Bauvorschriften und die Förderung von innovativen Konzepten wie Tiny Houses oder gemeinschaftlichen Wohnformen, um neue Impulse für den Wohnungsmarkt zu setzen.