Dass der Iran in Deutschland aktiv ist, weiß im Grunde jede und jeder, der sich ein wenig mit Sicherheitspolitik beschäftigt hat. Es ist nicht dieser eine große Verein im Hintergrund, keine eindeutige Organisation mit Briefkopf, sondern eher ein vielschichtiges Geflecht aus losen Gruppierungen, Einzelakteuren, vielleicht sogar Trittbrettfahrern. Aber, und das macht die Sache knifflig, können sich lokal rasch Netzwerke bilden, die für Anschläge bereitstehen – das zeigte bereits der aktuelle Vorfall. Henrichmann bringt es auf den Punkt: Die Politik dürfe nicht abwarten, sondern müsse, eigentlich schon gestern, präventiv tätig werden. Das klingt natürlich leichter, als es in der Praxis ist. Was, wenn die Netzwerke auftauchen, dann aber wieder im Nebel verschwinden? Und, Hand aufs Herz, wie viel weiß man wirklich über deren tatsächliche Reichweite?
Die CDU fordert angesichts verdeckter iranischer Aktivitäten in Deutschland dringend härteres und schnelleres Vorgehen gegen mutmaßliche Terrornetzwerke. Der Hintergrund sind erneute Hinweise auf Pläne zur Anbahnung von Anschlägen, wobei die Täter selten einer klar definierten Organisation angehören – stattdessen agieren sie dezentral und oftmals unerkannt. Erst kürzlich wurden Durchsuchungen und Festnahmen durchgeführt; laut aktuellen Recherchen der Süddeutschen Zeitung und weiterer Medien sollen die Sicherheitsbehörden einen Anstieg entsprechender Aktivitäten festgestellt haben, als Reaktion auf geopolitische Spannungen sowie den Krieg in Nahost, wobei Deutschland wegen seiner liberalen Gesellschaftsstruktur ein bevorzugtes Operationsgebiet ausländischer Nachrichtendienste bleibt.