Ukraine begrüßt EU-Teilmitgliedschafts-Idee von Merz – Hoffnung auf zügigen Fortschritt
Ein Sprung nach vorn? Taras Katschka, Vizepremier der Ukraine, zeigt sich offen für den Vorschlag von CDU-Chef Friedrich Merz, dass das Land als assoziiertes Mitglied näher an die EU rückt. Jede Beschleunigung der Annäherung sei hilfreich, so Katschka im Gespräch mit der FAZ.
heute 17:35 Uhr | 4 mal gelesen
Weder Brüssel noch Kiew hätten, nach Ansicht von Katschka, wirklich Zeit zu verschenken. Aber: Trotz Sympathie für Zwischenlösungen solle das eigentliche Ziel, nämlich die volle EU-Mitgliedschaft, nicht aus dem Blick geraten – da wird er deutlich. Möglichst rasch sollten, fordert der Vizepremier, sämtliche Verhandlungsbereiche geöffnet werden. Was Fortschritte angeht, sieht Katschka die Ukraine auf gutem Weg; immerhin basiere die Aufnahme einzig auf den tatsächlichen Leistungen des Landes. "Wir suchen keine Abkürzungen", betont er. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs habe sich aber der gesamte europäische Rahmen verändert. Er wirkt entschlossen: Katschka ist überzeugt, die Ukraine könnte bis 2027 sämtliche Vorgaben erfüllen und sogar den Beitrittsvertrag unterschreiben. Ob das wirklich so kommt? Europa sieht sich jedenfalls mit einer Realität konfrontiert, in der Geschwindigkeit plötzlich zentral erscheint.
Im Mittelpunkt steht die Überlegung, ob die Ukraine auf ihrem Weg zur EU eine Sonderrolle als assoziiertes Mitglied einnehmen sollte. Der ukrainische Vizepremier Taras Katschka sieht darin eine realistische Chance, den langwierigen Prozess zu beschleunigen, fordert aber, das finale Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Laut aktuellen europäischen Pressemeldungen gibt es innerhalb der EU durchaus kontroverse Einschätzungen zur Sonderlösung: Einerseits wird auf die Bedeutung klarer Reformen gepocht, andererseits sieht man auch politische Signalwirkung für andere Beitrittskandidaten – insbesondere angesichts des anhaltenden Krieges, der das sicherheitspolitische Denken in Europa umkrempelt. Inzwischen berichten mehrere Quellen, dass Brüssel darauf drängt, die Fortschritte der Ukraine kritisch zu prüfen und zugleich neue Impulse für den Erweiterungsprozess zu setzen, gerade weil Nicht-EU-Staaten wie Moldau oder Georgien ähnliche Wünsche formulieren. Die Debatte zeigt: Die europäischen Institutionen stehen vor einem Balanceakt zwischen Tempo, Gerechtigkeit und geopolitischer Verantwortung.