Viel zu oft bleibt das Bekenntnis zur Staatsräson folgenlos, wenn die Bundesregierung nicht Konsequenzen zieht und Teheran weiterhin mit Samthandschuhen anfasst, kritisierte Beck im Interview mit 'Welt' deutlich. Die Bedrohung wurde für ihn im Sommer Realität: Plötzlich war selbst der Weg zur Mülltonne nur noch unter Bewachung möglich; wochenlang ständiger Polizeischutz, das geht an die Nerven. Er habe zwar geahnt, dass Gefahr bestand – aber dass schon eine Waffe für seine Ermordung bereitlag, das erfuhr er erst kürzlich durch einen Reporter. Wieder sei der Iran, so Beck, in Deutschland auf Jagd gegen jüdische Ziele und Israel-Freunde. Und die Politik? Reagiert kaum. Er fordert jetzt klare Ansagen – etwa die Ausweisung des iranischen Botschafters. "Was nützen Versprechen, für jüdisches Leben einzustehen, wenn man sie nicht einlöst?", fragt Beck. Besonders irritiert ist er von Außenminister Johann Wadephul: Wäre die Bundesregierung wirklich nicht auf israelische Geheimdienstinformationen angewiesen? Beck glaubt – dann wäre er längst tot. Aktuell müssen sich zwei Männer vor Gericht verantworten, die für die iranischen Revolutionsgarden Anschläge unter anderem auf Beck und den Vorsitzenden des Zentralrates der Juden geplant haben sollen. Eigentlich unfassbar – und ein Skandal, dass die deutsche Außenpolitik bisher so wenig daraus macht.
Beck prangert erneut die aus seiner Sicht unzureichend entschlossene Haltung der deutschen Außenpolitik gegenüber dem Iran an und verweist auf die Gefahr, die vom iranischen Regime für jüdische Persönlichkeiten und Israel-Solidarische in Deutschland ausgehe. Die Tatsache, dass konkrete Anschlagspläne mit direkter Verbindung zu iranischen Stellen existieren, untermauert seine Forderung nach stärkeren Sanktionen und ernsthaften diplomatischen Konsequenzen, etwa der Ausweisung des Botschafters. In den vergangenen Tagen wurde berichtet, dass Bedrohungen gegen jüdisches Leben und Israel-Unterstützer in Europa zunehmen und deutsche Politik zunehmend unter Druck gerät, effektiver zu reagieren. Auch im Spiegel und der Süddeutschen gab es jüngst Analysen zu neuen Enthüllungen rund um feindselige Aktionen des Iran innerhalb Deutschlands und der Debatte um deutsche Staatsräson und die Sicherheit jüdischen Lebens.