Da kämpfst du dich jahrelang durch Ultraradrennen, längst ist Schwäche für dich Alltag. Aber diesmal war's anders: Christoph Strasser, Sieges gewohnt, wurde beim Transcontinental Race (TCR) unvermittelt ausgebremst. Nach vier echten Top-Resultaten in vorigen Ausgaben – darunter zwei blitzsaubere Siege – und einem bravourösen Saisonstart wurde er von Krankheit gestoppt. Kein klassisches Tief, eher ein plötzlicher Knick. Fieber, Atemnot, Erschöpfung. Die Selbstdiagnose fiel ihm offensichtlich nicht leicht, immerhin kennt er den Unterschied zwischen „nicht mehr können“ und „nicht mehr dürfen“ aus bitterer Erfahrung. Kurz vorher noch – Fährmarathon, Kälteschauer, schroffer Regen in Polen, ein Drama auf der Straße – dann plötzlich Stillstand mit Thermometer und Kurzschluss im Körper.
Das mit den Fähren war dabei fast ein Kapitel für sich: Ursprünglich war die nächtliche Abfahrt um 2 Uhr eingetaktet, tatsächlich wurde es eine rasende Jagd zur Verbindung um 20:30 Uhr, knapp vor dem Haus-Unwetter. Ein Stresstest – wahrscheinlich sogar der eigentliche Wendepunkt. Was viele unterschätzen: Solche Rennen sind ein erbarmungsloser Mix aus Navigation, Reparaturen, Essenssuche und Winterschlaf-Kompromissen. Kurz gesagt, das absolute Gegenteil von Wellnessurlaub. Und dann bahnt sich der Körper seinen Weg und sagt notgedrungen Stopp. Fühlt sich Strasser plötzlich „richtig krank“, sind keine Reserven mehr da. Mitten im Hotelzimmer fällt dann die Entscheidung: Weiterfahren ist einfach keine Option.
Die Auflistung seiner Entscheidungskriterien klingt fast wie ein ärztlicher Befund: Fieber (Check), Atemnot am Berg (Check), Darmprobleme (Check) und – eigentlich das schwerwiegendste – das Gefühl, dass selbst ein Profi irgendwann rücksichtsvoll mit sich selbst umgehen muss. Die TCR-Bilanz bleibt herausragend, aber diesmal stand alles im Schatten der Gesundheit. Im Nachklang betonte auch seine Partnerin Sabine Prager, Gesundheit gehe immer vor – noch vor Siegertreppchen und Medaillen.
Christoph Strasser, einer der bekanntesten Ultraradsportler Österreichs, musste seine fünfte Teilnahme am Transcontinental Race (TCR) nach rund 1.900 Kilometern wegen einer ernsthaften Erkrankung abbrechen. Trotz seiner Erfahrung und zahlreichen Erfolgen erkannte Strasser die Symptome – Fieber, Husten und starke Erschöpfung – als gravierender als die üblichen Krisen im Extremsport. Die Kombination aus Schlafmangel, Kälteeinwirkung, starkem Regen und extremer Belastung haben vermutlich als Auslöser gedient, sodass sich Strasser letztlich schweren Herzens für einen gesundheitlich verantwortungsvollen Rückzug entschied.
Weitere Recherche: In aktuellen Berichten der Süddeutschen Zeitung wird betont, dass Krankheiten und plötzliche Gesundheitsprobleme für Ultraradfahrer selbst im Jahr 2024 ein großes Risiko darstellen, da immer anspruchsvollere Rennen gefahren werden und auch erfahrene Sportler nicht vor plötzlichen Infekten gefeit sind. DW.com berichtet über die wachsende Zahl extremer Sportevents und stellt heraus, dass viele Teilnehmer oft erst spät professionelle medizinische Hilfe suchen, was die gesundheitlichen Risiken weiter verschärft. Zeit Online fokussiert sich in einem aktuellen Artikel auf mentale und physische Belastungsgrenzen von Leistungssportlern und diskutiert anhand mehrerer Beispiele – inklusive Radrennen quer durch Europa –, wie der Wunsch nach Rekorden und Bestzeiten manchmal ungesunde Ausmaße annimmt.