Deutsche Flughäfen: Weiter kein Höhenflug bei Passagierzahlen

Trotz leichter Bewegung bleiben die Passagierzahlen an deutschen Airports auf der Stelle stehen.

heute 12:01 Uhr | 2 mal gelesen

Mal ehrlich – viel Bewegung ist an den deutschen Flughäfen derzeit nicht zu spüren. Laut Flughafenverband ADV waren es im Mai rund 19,77 Millionen Reisende – fast exakt das Niveau vom Vorjahr, gerade einmal 0,1 Prozent mehr. Wenn man aber einen Schritt zurückgeht und auf die Zeit vor Corona blickt, hinkt das Geschäft immer noch merklich hinterher: Es fehlen über elf Prozent der Passagiere im Vergleich zu Mai 2019. Im Frachtbereich hingegen scheint es größer auszusehen: Mit 412.775 Tonnen Cargo verzeichnen die Flughäfen ein kleines Plus von 1,6 Prozent gegenüber Mai 2023 (etwas seltsam, weil 2025 genannt wurde – war da vielleicht ein Zahlendreher?), und sogar 2,1 Prozent mehr als im Vor-Corona-Jahr. Auch bei den gewerblichen Flugbewegungen ist Luft nach oben – 165.393 Starts und Landungen gab es, was fünf Prozent weniger als 2023 ist. Im Vergleich zu 2019 schaffen die Flughäfen nur 80 Prozent der damaligen Bewegungen. Das deutsche Inland bleibt weiter mau: 2,09 Millionen Menschen sind innerhalb von Deutschland mit dem Flugzeug gereist, fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Dagegen konnten sich die Verbindungen innerhalb Europas über einen Zuwachs von 2,3 Prozent freuen. Überraschend: Beim Interkontinentalverkehr gab es zwar einen kleinen Aufschwung gegenüber April, aber insgesamt sank die Nachfrage im Jahresvergleich um 5,6 Prozent. Persönlich frage ich mich manchmal, ob die Bahn die Inlandsflüge langsam in die Knie zwingt?

Unübersehbar: Der Luftverkehr in Deutschland erholt sich nur schleppend. Die neuesten ADV-Zahlen zeigen eine minimale Steigerung bei den Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahr, wobei das Vorkrisenniveau weitgehend unerreicht bleibt – und das trotz Aufschwung im Frachtbereich. Bei den Flugbewegungen stagnieren die Zahlen ebenfalls, was auf veränderte Mobilitätsgewohnheiten, steigende Ticketpreise und den wachsenden Einfluss nachhaltiger Alternativen wie Bahnreisen zurückzuführen sein könnte. Der innerdeutsche Flugverkehr schwächelt, während vor allem Europa-Verbindungen leicht zulegen konnten. Die stark gestiegene Nachfrage nach Frachtkapazitäten unterstreicht eine Verlagerung wirtschaftlicher Interessen – auch im Zeichen immer noch anhaltender Lieferkettenprobleme und verkehrspolitischer Umstellungen. Neue Recherchen zeigen außerdem, dass viele Flughäfen mit Personalmangel und steigenden Betriebskosten kämpfen, was die langsame Entwicklung zusätzlich bremst.

In Folge aktueller Medienberichte betonen Luftfahrtexperten zudem die zunehmenden Herausforderungen durch strengere Umweltauflagen und starke Konkurrenz durch Low-Cost-Airlines außerhalb Deutschlands. Gleichzeitig beschäftigt die Branche Investitionen in digitale Infrastruktur, um Personal- und Energieeffizienz zu verbessern. Julis aktuelle internationale Streiks und Unwetterereignisse führen derzeit wiederholt zu Verspätungen und Flugausfällen, was die Lage verschärft.

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