Bundestag befürwortet Stopp des F126-Fregattenprojekts – Rückenwind für Kurswechsel

Das Aus für das deutsche Fregattenprojekt F126 stößt quer durch die Parteien im Bundestag auf offene Ohren. Die Forderung: Weg von endlosen Verzögerungen, hin zu klaren und verlässlichen Lösungen für die Marine.

heute 12:02 Uhr | 1 mal gelesen

Wenn ein vermeintliches Prestigeprojekt wie die Fregattenklasse F126 plötzlich einkassiert wird, dann klingt das erstmal nach politischem Beben. Interessanterweise blieb das große Grummeln im Bundestag aber aus. Thomas Röwekamp, der Chef im Verteidigungsausschuss, bringt es schnörkellos auf den Punkt: Die Marine kann es sich mit Blick auf die unsichere Weltlage schlicht nicht leisten, sich ewig mit verspäteten und überteuerten Schiffen herumzuschlagen. Schuld sieht er ganz eindeutig bei der Industrie – und spricht gleich die Hoffnung aus, dass man auf Schadenersatz pocht. Noch wichtiger sei jedoch, dass die Soldaten so bald wie möglich einsatzfähige Schiffe bekommen. Röwekamp ist überzeugt, dass mit dem MEKO-Konzept – das schon in anderen Marinen erfolgreich fährt – die maritimen Fähigkeiten schneller und solide wiederhergestellt werden können. Fun Fact am Rande: Die MEKO-Schiffe sind keine völlige Neuheit, sondern quasi das Brot-und-Butter-Modell im internationalen Vergleich. SPD-Haushälter Andreas Schwarz grüßt ebenfalls von der Seite der Realisten. Für ihn ist das F126-Aus vollkommen nachvollziehbar – zu groß die Preisexplosionen, zu langsam der Fortschritt. Seine klare Ansage: Bis 2029 müssen die Anforderungen der NATO auf See erfüllt sein. Ob man inzwischen eine Art kollektive Müdigkeit angesichts solcher Projekte erlebt? Man könnte meinen, ja – und gerade deshalb fällt die Zustimmung deutlich aus.

Der Abbruch des Fregattenprojekts F126 hat im Bundestag breite Zustimmung gefunden, da sowohl Verzögerungen als auch massive Kostensteigerungen dem sicherheitspolitischen Bedarf und dem Vertrauen der Politik in die Industrie entgegenstanden. Die Abgeordneten mahnen zugleich, dass die Bundeswehr zeitnah Ersatz braucht, um ihre maritimen Verpflichtungen – etwa gegenüber der NATO – zu erfüllen. Die Debatte spiegelt eine gewisse Ernüchterung angesichts wiederholt gescheiterter Rüstungsvorhaben wider; die Hoffnung richtet sich nun auf etablierte Alternativen wie die MEKO-Schiffe, die schneller verfügbar sein könnten. Aktuelle Berichte verweisen ergänzend darauf, dass die Stärkung der Marine auch deshalb dringlich ist, weil die USA angekündigt haben, ihre eigenen Seestreitkräfte künftig stärker zu fokussieren, was europäische Partner zu mehr Eigenständigkeit zwingt.

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