Deutsche nehmen sich Auszeiten vom Netz – Besonders Jüngere drücken auf die Bremse

Bonn – Zwar sind die Deutschen noch immer viel online, doch der Trend geht zur bewussteren Internetnutzung. Die durchschnittliche Onlinezeit pro Woche ist auf 67 Stunden gesunken – ganze fünf Stunden weniger als im Jahr davor. Besonders die Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen schränkt ihre Netzzeit ein; ein Drittel von ihnen plant sogar, noch seltener online zu gehen. Demgegenüber zeigen sich über 40-Jährige mit ihrer aktuellen Netznutzung weitgehend zufrieden. Diese Entwicklungen belegt die aktuelle Postbank Digitalstudie 2026.

heute 11:00 Uhr | 6 mal gelesen

Smartphone weiterhin unverzichtbar – aber Zeit im Netz nimmt ab

Das Handy bleibt der treue Begleiter, wenn's ums Surfen geht. Dennoch: Die durchschnittliche Zeit, die pro Woche am Smartphone verbracht wird, fiel innerhalb eines Jahres um gut zwei Stunden auf 23,9 Stunden. Am stärksten betrifft das die unter 40-Jährigen – sie verkürzten ihre Onlinezeit am Handy um satte drei Stunden auf rund 31. Es scheint fast, als würden viele versuchen, sich bewusst Zeiten zum digitalen Abschalten zu nehmen.

David Dommel von der Postbank beobachtet, dass mobiles Surfen fest zum Alltag der Bevölkerung gehört. Ob für Shopping, zum Plaudern oder Bankgeschäfte – das Smartphone macht vieles leichter. Aber, so Dommel weiter, besonders die junge Generation sucht gerade am Handy gezielt nach Offline-Inseln, wohl auch, weil es so konstant griffbereit ist.

Warum und was machen die Deutschen online?

Rund 41 Prozent der 'Online-Reduzierer' wollen mit der gewonnenen Zeit mehr Freunde und Familie treffen oder Hobbys pflegen. Vor allem unter 40-Jährige geben an, dass sie digitale Ablenkungen begrenzen möchten. Chatten, Mails und News, Suchmaschinenrecherche und Social Media zählen dabei zu den Hauptaktivitäten im Netz.

Die Nutzung von Messengern wie WhatsApp oder Telegram ist gegenüber dem Vorjahr zwar immer noch hoch (77% mindestens mehrmals pro Woche), aber leicht rückläufig. Ebenso wurden Instagram & Co. im Wochenvergleich weniger angeworfen: 64% statt bislang 71%. YouTube kommt auch weniger zum Einsatz. Beständig bleibt Online-Banking – jeder Zweite nutzt es rege.

Dommel sieht einen klaren Trend: Viele wägen bewusster ab, welche Onlineaktivitäten wirklich wichtig sind. Zeitfresser wie Chats und endloses Scrollen durch Social-Media werden hinterfragt – stattdessen werden effiziente Tools wie Banking-Apps gerne genutzt, eben um mehr echte Zeit für Privatleben rauszuholen.

Einblick in die Studie

Die Postbank Digitalstudie 2026 basiert auf einer Befragung von 3.050 Menschen im Mai und spiegelt bereits das zwölfte Jahr in Folge, wie sich der digitale Alltag und besonders Finanzverhalten in Deutschland verändern. Um möglichst repräsentativ zu bleiben, wurde die Stichprobe nach Region, Alter und Geschlecht gewichtet, angelehnt an den Zensus von 2022. Kleine Zahlen-Ungenauigkeiten ergeben sich übrigens aus Rundungen.

Pressekontakt: Postbank
Iris Laduch
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Die aktuelle Postbank Digitalstudie 2026 zeigt, dass die Deutschen ihren Internetkonsum bewusster steuern und im Schnitt fünf Stunden pro Woche weniger online sind als im Vorjahr. Besonders die Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen setzt auf digitale Auszeiten, während sich über 40-Jährige kaum Veränderungen wünschen. Am Smartphone wird weniger gesurft, und gerade Social Media erlebt einen spürbaren Rückgang, während Online-Banking auf stabil hohem Niveau bleibt. Eine Rolle spielt dabei offenbar das Bedürfnis nach echter Freizeit – viele wollen Zeit mit Familie, Freunden und Hobbys verbringen statt sich in Smartphone-Scrollerei zu verlieren. Interessanterweise bestätigt eine DW-Analyse vom 14. Juni, dass digitale Entgiftung für Arbeitnehmer zusehends wichtiger wird, vor allem angesichts dauerhafter Erreichbarkeit im Home Office, was sich in gestiegenen Offlinestrategien wie geplanten Handy-Pausen widerspiegelt. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass der Digital Detox Trend auch im europäischen Vergleich angekommen ist, allerdings werden dabei kulturelle Unterschiede deutlich: In skandinavischen Ländern und den Niederlanden greifen bereits Unternehmen aktiv ein, um Mitarbeitenden digitale Auszeiten zu sichern. Spiegel Online hebt hervor, dass trotz individueller Pausenwünsche die gesellschaftliche Gesamt-Online-Zeit weiter hoch bleibt – weil neue Mediennutzungsverhalten wie Dauer-Streaming und die massive Nutzung von Lern- und Arbeitsplattformen gegenläufige Effekte erzielen.

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