Deutschland sucht sein Fußball-Ich: Lahm kritisiert fehlendes Profil

Philipp Lahm spürt seit geraumer Zeit das Fehlen einer starken Identität innerhalb der deutschen Fußballnationalmannschaft.

heute 13:40 Uhr | 3 mal gelesen

„Wenn ich ehrlich bin, stelle ich seit Jahren fest: Es fehlt bei der deutschen Nationalmannschaft an einem klaren Kern“, gibt Philipp Lahm im Gespräch mit dem „Zeitmagazin“ offen zu. Die sportliche Führung, so findet Lahm, habe es übersehen, der Auswahl eine erkennbare Persönlichkeit zu geben. Trotzdem, so schiebt Lahm nach, sei Deutschland für ihn immer noch ein Kandidat für Titelgewinne – zumindest mit ein bisschen Glauben daran.

Interessant ist die Sicht von Paul Breitner, der zurück in die 70er Jahre blickt. Damals, 1974, sei die Sache recht simpel gewesen: „Mit sechs Bayern-Spielern war klar, wer den Ton angibt – das erleichtert viel.“ Ein solches Bayern-Grundgerüst habe in den Folgejahren die DFB-Elf geprägt, meint Breitner – allerdings nur dann, wenn dies auch tatsächlich die besten Akteure waren. Ansonsten bringe das natürlich gar nichts. „Wer nicht mithalten konnte, passte sich eben an.“ Genau dieses Gemeinschaftsgefühl sieht Breitner heute als schmerzlich vermisst.

Stefan Reuter, Weltmeister 1990, wurde im selben Magazin gefragt, wie er die Strukturen der aktuellen Nationalmannschaft einschätzt. Sein etwas verlegener Kommentar: „Um ehrlich zu sein – ich kann dazu kaum etwas sagen. Und vielleicht ist darin ja schon ein Hinweis auf den Zustand des Teams.“

Philipp Lahm stellt kritisch fest, dass der deutschen Nationalmannschaft aktuell sowohl Identität als auch ein gemeinsamer Kern fehlen – Faktoren, die früher durch Vereinsblöcke (Bayern München!) fest etabliert waren. Paul Breitner hebt die Bedeutung einer inneren Gruppenstruktur hervor und sieht das heutige Team als zu bruchstückhaft, während Stefan Reuter offen eingesteht, wenig über die Mannschaftshierarchie sagen zu können – was selbst zur Diagnose passt. Ergänzend zeigen aktuelle Artikel, dass nach wie vor Debatten über fehlende Führungspersönlichkeiten und mangelnden Teamgeist die Berichterstattung rund um die Nationalelf prägen. Jüngste Trainer-Entscheidungen und Rückkehraktionen erfahrener Spieler stehen dabei ebenfalls im Fokus, was auf aktuelle Ratlosigkeit und die Suche nach einem neuen Profil hinweist.

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