Sorge um längere Wartezeiten: KBV warnt vor Folgen des GKV-Spargesetzes

Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, sieht durch die geplanten Einsparungen der Regierung gravierende Nachteile für Patienten – aber auch für die Arbeit in Arztpraxen könnte es eng werden.

heute 13:40 Uhr | 1 mal gelesen

Mal ehrlich: Wer hat nicht schon einmal geflucht, weil der nächste Arzttermin Wochen entfernt liegt? Jetzt könnte es noch schlimmer kommen. Andreas Gassen, der Chef der KBV, hat sich in der 'Rheinischen Post' deutlich geäußert: Wenn das Spargesetz durchgewunken wird und die Vergütung für Praxen weiter gedeckelt bleibt, dann müssen wir uns auf längere Wartezeiten einstellen. Gassen klingt dabei fast schon resigniert, als er betont, dass am Ende Gesetze eben auch Konsequenzen haben. Patienten würden das ganz direkt zu spüren bekommen. Interessant ist, dass die Ärzteschaft der Politik durchaus Alternativen angeboten hat – bessere Effizienz, niedrigere Kosten, ohne, dass die Versorgung darunter leidet. Doch noch bleibt offen, ob diese Vorschläge überhaupt Gehör finden. Parallel hat übrigens auch der Hausärzteverband scharf vor den Sparplänen gewarnt. Weniger Praxen, schlechtere Versorgung, noch mehr Geduld gefragt – das ist das Szenario, das viele Hausärzte wie ein drohendes Damoklesschwert über den Köpfen der Patientinnen und Patienten sehen.

In aller Deutlichkeit warnt Andreas Gassen, KBV-Vorsitzender, davor, dass die abermalige Deckelung der Arzthonorare das deutsche Gesundheitssystem schwer belasten könnte. Seine Argumentation überrascht nicht: Ärzte finanzieren ihr Angebot maßgeblich über Kassenleistungen – jede zusätzliche Sparrunde dürfte deswegen direkt in längeren Wartezeiten und weniger verfügbaren Terminen resultieren. Interessant ist, dass seit Jahren gefordert wird, Bürokratie abzubauen, Innovationen zu fördern und digital effizienter zusammenzuarbeiten, doch bisher scheint das politische Echo verhalten, wenn nicht taub zu sein. Aktuell brodelt deshalb eine Debatte um die Zukunft der ambulanten Versorgung. Aus verschiedenen Ecken, darunter der Deutsche Hausärzteverband, hagelte es bereits vehemente Kritik an den Sparideen der Ampelkoalition. Da gleichzeitig die Versorgungsrealität – Ärztemangel, ein faktisch überlastetes System, zunehmende Frustration auf Patientenseite – kaum Spielraum lässt, könnten die geplanten Einschnitte paradoxerweise sogar noch teuer für das System werden.

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