DGB kritisiert Umgang mit Sondervermögen – Enttäuschung über fehlende Investitionen

Yasmin Fahimi, die Vorsitzende des DGB, übt scharfe Kritik an der Mittelverwendung des geplanten Sondervermögens – und sieht große Versäumnisse beim Thema Investitionen.

vor 35 Minuten | 2 mal gelesen

Jüngst haben sich deutsche Ökonomen öffentlich gegen die derzeitige Anwendung des Sondervermögens ausgesprochen – sie werfen Finanzminister Lars Klingbeil gar vor, das Geld zum Verstopfen von Haushaltslöchern zu missbrauchen und echte Zukunftsinvestitionen zu verschleppen. Nun meldet sich Yasmin Fahimi zu Wort, die als DGB-Chefin eigentlich einen Durchbruch in Sachen Investitionen erwartet hatte. Ihre Enttäuschung war im Gespräch mit der 'Süddeutschen Zeitung' (Donnerstag) deutlich spürbar: Diese enorme Summe, die da angekündigt sei – rund 500 Milliarden –, finde kaum ihren Weg in zusätzliche Projekte oder Modernisierung. Wie sie sagt, erkenne sie nicht, dass das Sondervermögen tatsächlich gezielt den Investitionsstau im Land auflöst. Stattdessen drohe der Eindruck, dass alles beim Alten bleibt. Von Optimismus war plötzlich keine Spur mehr.

Hintergrund der Kontroverse ist, dass das sogenannte Sondervermögen ursprünglich als Lösung für den massiven Investitionsstau in deutschen Infrastrukturen konzipiert wurde – gerade bei den Zielen Klimaneutralität und Digitalisierung. Experten beklagen jedoch, dass das Geld häufig einfach zur Deckung akuter Haushaltsdefizite dient, anstatt gezielt in neue oder überfällige Projekte zu fließen. Yasmin Fahimi steht damit keineswegs allein: Auch der Bundesrechnungshof und zahlreiche Politikerinnen und Politiker – selbst aus Koalitionskreisen – mahnen mittlerweile mehr Transparenz und eine striktere Zweckbindung der Mittel an. Laut aktuellen Berichten bleibt unklar, wie viel der 500 Milliarden Euro bisher tatsächlich für großangelegte Investitionen eingesetzt wurde, während die wirtschaftliche Lage weitere Anstrengungen dringend gebietet.

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