Mittwochabend endete der Handel in New York mit einem Minus beim Dow Jones – rund 48.862 Punkte, das entspricht einem Rückgang von 0,6%. Währenddessen dümpelte der S&P 500 seitwärts, leicht unter dem Vortagesniveau bei etwa 7.136 Zählern. Die Tech-Schwergewichte im Nasdaq 100 hingegen legten zu und schlossen mit einem Plus von 0,6% bei ungefähr 27.187 Punkten. Die Federal Reserve hielt bei ihrer Sitzung den Leitzins stabil, allerdings war das Meinungsbild im Offenmarktausschuss überraschend gespalten – das letzte Mal war das Anfang der Neunziger so offensichtlich gewesen. Der genaue Kurs weiterer Zinsschritte bleibt ungewiss: Die meisten Mitglieder betonen das Abwarten, während einige bereits Lockerungstendenzen erkennen wollen und andere wiederum noch schnelleren Handlungsbedarf sehen. Die Debatte ist wohl auch durch die gestiegene Inflation und die Sorgen wegen der Ölpreissprünge aufgrund geopolitischer Unsicherheiten angestachelt. Derweil hat der Senatsausschuss den Trump-Kandidaten Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell als Fed-Chef bestätigt – lediglich die Plenarabstimmung steht noch aus. Powell will trotzdem im Notenbankvorstand bleiben und sieht sich durch die politischen Angriffe auf die Fed unter Druck gesetzt. Er warnte: Solche Versuche, Einfluss zu nehmen, haben das Potenzial, die Unabhängigkeit der Geldpolitik massiv zu beschädigen. Übrigens: Während der Ölpreis mit 119,80 Dollar je Barrel (Brent) um satte 7,6% stieg – befeuert durch Spekulationen über eine Verlängerung der Iran-Sanktionen – verlor der Euro gegenüber dem Dollar leicht. Für eine Unze Gold wurden am Abend nur noch 4.546 Dollar, also 1,1% weniger, gezahlt; umgerechnet etwa 125,17 Euro pro Gramm. Tja, Märkte sind manchmal einfach ein ziemlich eigensinniges Biest.
Die US-Börsen bewegten sich nach der Entscheidung der Federal Reserve, den Leitzins nicht zu verändern, uneinheitlich: Während der Dow nachgab, verbuchte die Nasdaq Zugewinne. Die ungewöhnlich breite Meinungsverschiedenheit im FOMC reflektiert die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs angesichts erhöhter Inflationsrisiken, verschärft durch die Ölpreisanstiege und die geopolitische Lage rund um den Iran. Währenddessen verschärft sich in Washington der Machtkampf um die Unabhängigkeit der Notenbank, was die Geldpolitik zusätzlich unter Druck setzt.
Zusätzliche Recherche: Aktuelle Berichte thematisieren, dass die Zurückhaltung der Fed eine Reaktion auf die schwankenden Inflationsdaten und die anhaltend hohe wirtschaftliche Unsicherheit ist. Trotz der Rezessionsängste in den USA halten viele Marktbeobachter kurzfristige Zinssenkungen für unwahrscheinlich, weil die Energiepreise weiter steigen und die Arbeitsmarktdaten noch robust ausfallen. In Fachkreisen werden die anhaltenden politischen Spannungen rund um die Fed-Führung als gefährlich für die Glaubwürdigkeit der US-Geldpolitik eingeschätzt, weil sie Unsicherheiten in ohnehin nervösen Märkten verstärken.