Edeka plant Tegut-Übernahme: Versprochen, niemanden zurückzulassen

Edeka-Vorstand Markus Mosa signalisiert nach der Ankündigung zur Tegut-Übernahme: Alle Beschäftigten sollen weiter mit an Bord bleiben.

heute 18:54 Uhr | 3 mal gelesen

Der Edeka-Chef Mosa betonte gegenüber dem Magazin 'Focus', dass das Ziel sei, sämtliche Supermärkte — auch die schwierigen Fälle unter ihnen — weiterzuführen und alle Mitarbeitenden zu übernehmen. Gerade angesichts des vollständigen Rückzugs von Migros aus Deutschland und der angespannten wirtschaftlichen Situation sei der Erhalt der Jobs ein Herzensanliegen für ihn und Edeka. Kurz gesagt: Jeder Arbeitsplatz, der nicht verloren geht, zählt. Edeka plant, durch den Rückzug von Migros rund 200 Tegut-Filialen zu übernehmen. Doch dafür braucht es noch grünes Licht vom Bundeskartellamt. Mosa verspricht, mit dem Deal eine belastbare Perspektive für die betroffenen Regionen und deren Beschäftigte zu gewährleisten. Ziel scheint, knapp 4.500 Beschäftigte an Bord und die Nahversorgung zu sichern. Kritik, dass Edeka durch den Einkauf weiter wächst und dadurch wegen noch mehr Marktmacht die Lebensmittelpreise steigen, will Mosa nicht gelten lassen. Im Gegenteil: Die Preise in deutschen Supermärkten seien EU-weit günstig, urteilt er — nicht zuletzt auch laut Bundeskartellamt und deutschlandweiten Vergleichen. Zudem, so Mosa, hätten die Lieferanten, sprich internationale Markenhersteller, zuletzt deutlich stärker an der Preisschraube gedreht als die Händler selbst. Als Beispiel nennt er eine um 40 Prozent stärkere Teuerung bei Nestlé-Schokolade gegenüber Edeka-Eigenmarken. Mosa fordert von den Wettbewerbshütern in Bonn jetzt eine Entscheidung mit Blick auf die vielen Arbeitnehmer. Denn, so seine Logik, ohne Edekas Übernahme drohe vielen Standorten einfach das Aus.

Edeka will nach dem Rückzug von Migros sämtliche Tegut-Mitarbeitenden übernehmen und verspricht, die Nahversorgung in zahlreichen Regionen und knapp 4.500 Arbeitsplätze zu sichern. Vorstandschef Mosa betont, dass Edeka die Wachstumskritik für unbegründet hält und sieht die echte Preistreiberei eher bei multinationalen Markenanbietern wie Nestlé. Bis zur Entscheidung des Bundeskartellamts bleibt die Unsicherheit für viele Beschäftigte bestehen, wenngleich Edeka eine Übernahme als alternativlos darstellt. Edeka hat kürzlich mit dem Gesamtbetriebsrat von Tegut erste Gespräche über Integrationsmöglichkeiten geführt und betont, dass keine Entlassungen geplant sind. Nach aktuellen Medienberichten prüft das Kartellamt die Auswirkungen auf lokale Wettbewerbsstrukturen besonders gründlich; Verbraucherschützer fordern außerdem, die Preisgestaltung auch nach der Übernahme transparent zu beobachten. In Branchenkreisen wird vermutet, dass Tegut-Märkte von einer stärkeren Einkaufsgemeinschaft mit Edeka profitieren könnten und so ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Schlagwort aus diesem Artikel