Markus Kamieth, Vorstandsvorsitzender von BASF, hat im Gespräch mit dem Magazin 'Focus' offen Kritik an China als globalem Handelspartner geübt. Seiner Ansicht nach halten sich chinesische Unternehmen in vielen Bereichen nicht an internationale Spielregeln. Die EU dürfe solche Verstöße, insbesondere bei offensichtlichen Handelsungleichgewichten, keinesfalls einfach hinnehmen. Kamieth verweist auf einen drastischen Anstieg bei den EU-Verfahren zu Anti-Dumping-Maßnahmen innerhalb der letzten zwei Jahre; die Zahl der Prüfungen habe sich nach seinen Angaben seit 2023 verdoppelt.
In China entstünden riesige Produktionsüberschüsse, die es manchen Herstellern ermöglichten, Waren sogar unter den eigenen Herstellungskosten zu Dumpingpreisen auf den europäischen Markt zu werfen. Trotz aller Kritik bleibt Kamieth realistisch, was die Machtverhältnisse angeht: Während europäische Unternehmen kaum ohne den chinesischen Markt auskommen, sei Europa aus chinesischer Perspektive nicht zwingend unverzichtbar. Von zu viel pädagogischem Eifer hält der BASF-Chef deshalb wenig: "Wir sollten uns davor hüten, anderen Ländern unsere Werte und Ansichten aufdrängen zu wollen." Innovationen aus Europa seien für China keinesfalls unerreichbar oder exklusiv, so seine Einschätzung. Insgesamt rät er zu mehr Pragmatismus und weniger Selbstbeweihräucherung.
BASF-Vorstand Kamieth spricht offen aus, dass chinesische Unternehmen sich häufig nicht an die gängigen Fairnessregeln im Welthandel halten. Seine Forderung an die EU: Gegen solche Praktiken energisch vorgehen, da die Zahl der Anti-Dumping-Verfahren zuletzt deutlich gestiegen ist, was auch durch die massiven Überkapazitäten in China befeuert wurde. Dennoch bleibt er skeptisch, ob Europas Werte und Sichtweisen in China überhaupt Gehör finden – und warnt davor, westliche Überlegenheit als selbstverständlich anzunehmen.
}Nach aktuellen Recherchen ist die Diskussion um Chinas Subventionspolitik und Produktionsüberhänge in vielen Industriesektoren – etwa Solar, Stahl und Auto – äußerst bedeutsam, wobei auch die EU ihr Prüfverfahren gegen chinesische Unternehmen jüngst verschärfte. Mehrere Branchen melden schon Wettbewerbsverzerrungen; europäische Politiker fordern gezieltere Maßnahmen und mehr Schutzmechanismen. BASF spiegelt damit die Sorgen zahlreicher internationaler Akteure, die Handlungsbedarf und einen Spagat zwischen Wirtschaftspragmatismus und Wertehaltung sehen.