BASF blickt besorgt auf Inflation und globale Krisenfolgen

Unternehmenschef Markus Kamieth äußert Befürchtungen zu ökonomischen Auswirkungen des Irankriegs auf BASF und die gesamte Wirtschaft.

heute 17:51 Uhr | 3 mal gelesen

Der BASF-Vorstandsvorsitzende Markus Kamieth hat im Gespräch mit dem 'Focus' vor einem spürbaren Abschwung der Weltwirtschaft infolge des Irankonflikts gewarnt. Wie er anmerkt, sei ein belastender Effekt auf die globale Konjunktur kaum zu vermeiden – und das in einer ohnehin schon angespannten Lage, fügt er nachdenklich hinzu. Besonders die Preise für Energie – vor allem Öl und Gas – sieht Kamieth als Achillesferse. Obwohl der Boykott oder Versorgungsengpässe noch nicht eingetreten seien, rechnet der BASF-Chef mit anhaltend hoher Inflation, da bei Rohstoffen kaum Bewegung Richtung Normalität zu spüren sei. Selbst ein plötzliches Ende der Auseinandersetzung würde die Situation, so Kamieth, nicht mit einem Fingerschnipsen beruhigen: Das System sei träge, Erholung dauere. Positiv hebt Kamieth jedoch einen Aspekt hervor: Die momentane Rohstoffversorgung für BASF laufe stabil, zumindest für die kommenden Monate. Die weltweite Ausrichtung und Größe des Konzerns gebe eine Art Stabilitätsgarantie. Und als eigener Rohstoffhändler könne BASF flexibel auf Turbulenzen am Markt reagieren – ein Vorteil, von dem auch die Kunden profitieren. Klingt erstmal abgemildert, doch unterschwellig bleibt die Unsicherheit.

Markus Kamieth, Chef des Chemieriesen BASF, zeichnet – sinngemäß – ein eher graues Bild: Die aktuellen geopolitischen Spannungen, insbesondere der Irankrieg, werfen ihren Schatten auf die Weltwirtschaft und könnten das Inflationsgespenst noch eine ganze Weile am Leben halten. Im Kern läuft laut Kamieth alles darauf hinaus, dass die Energiepreise – teils direkt, teils über längere Lieferketten – mittelfristig hoch bleiben und somit die Teuerung treiben werden. Ein Aspekt, den Medien wie das Handelsblatt und die FAZ in jüngsten Berichten ebenfalls aufgegriffen haben: Es gibt kaum vorschnelle Entwarnung bezüglich stabiler Versorgung und Preisen. Blickt man auf die aktuelle Marktentwicklung, sieht man, dass selbst ein Abebben der militärischen Konflikte nicht sofort für Entspannung sorgen wird. Hinzu kommt, dass sowohl die Lieferketten als auch die Energiepreise stark von geopolitischer Unsicherheit abhängen – zumal die deutsche Wirtschaft, wie jüngste Analysen zeigen, ohnehin der Stagnation gefährlich nahe ist. BASF steht für dieses Zusammenspiel exemplarisch: robust und global aufgestellt, aber keineswegs immun gegen die Lawinenwirkung geopolitischer Krisen. Neuere Stimmen aus der Wirtschafts- und Energieforschung mahnen zudem, dass gerade der langanhaltende Inflationsdruck die europäische Wettbewerbsfähigkeit belastet – der Internationale Währungsfonds (IWF) etwa warnt in seinem aktuellen Ausblick vor Einschlägen durch mögliche weitere Energiepreisschocks.

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