Freitagmorgen, eine kleine Meldung und doch ein Paukenschlag: Die Rolling Stones stehen mit "Foreign Tongues" zum zwölften Mal auf Platz eins der offiziellen deutschen Album-Charts – laut GfK. Mal ehrlich: Wer hätte 1965, als das zweite Album der Stones erstmals die Spitze eroberte, gedacht, dass dieselbe Band mehr als sechs Jahrzehnte später noch immer Triumphe in Deutschland feiert? Der Abstand zwischen zwei Nummer-eins-Platzierungen könnte kaum gewaltiger sein. Damit nicht genug, setzen die Stones den Rekord für den erfolgreichsten Start einer internationalen Band seit anderthalb Jahren – sie scheinen also nicht aus der Zeit gefallen, sondern, irgendwie, immer wieder auf der Höhe. Außerdem: Unfassbare 218 Top-10-Platzierungen, 86 Alben in den Charts – nur Urgestein James Last war in Sachen Top-100-Präsenz noch fleißiger. Spannend auch der Blick auf die direkten Verfolger: Auf Platz zwei landet eine neu eingespielte Edition von "Count Your Blessings" zum 20-jährigen Jubiläum von Bring Me The Horizon. Schließlich: Deutschrapper Schillah entert "Jasmin" mit der Nummer drei, Peter Peters steuert mit seinem Soundtrack zu "Heated Rivalry" die Fünf an. Und wer sich fragt, was noch los ist in den Top 20: Rockstar Jack White taucht da auf – mitten im Sommer – mit "Frozen Charlotte", Punk trifft auf die "Dagegen"-EP von Ronny Platte, und Future mischt mit "The Real Me" ebenfalls ordentlich mit. Die Singlecharts zeigen ein bekanntes Bild: Shakira und Burna Boy bleiben mit dem offiziellen WM-Song "Dai Dai" vorn, während Summer Cem und Kitschkrieg sich knapp dahinter orientieren. Überraschung am Rande: Nach ihrem plötzlichen Tod erscheint Bonnie Tyler posthum mit "Total Eclipse Of The Heart" auf Platz 18 – ein bittersüßer Gruß der Vergangenheit an die Gegenwart. Und das Ganze basiert auf den GfK-Listen, die immerhin 90 Prozent aller Musikverkäufe in Deutschland abdecken. Es bleibt also: Musik ist auch Chartgeschichte, bestanden aus alten Helden und neuen Namen.
Die Rolling Stones haben erneut Album-Charts-Geschichte geschrieben: Mit "Foreign Tongues" gelingt ihnen nicht nur der zwölfte Nummer-eins-Erfolg in Deutschland, sondern sie brechen auch den Rekord für den größten zeitlichen Abstand zwischen zwei Chartspitzen – ganze 61 Jahre liegen zwischen ihrem ersten und neuesten Erfolg. Musikfans erleben außerdem frische Neueinsteiger wie eine Jubiläums-Version von Bring Me The Horizon und deutschsprachigen Rap von Schillah, während alte Klassiker wie Bonnie Tyler dank aktueller Anlässe wieder in den Fokus rücken. Kurios dabei: Die offiziellen deutschen Charts werden weiterhin von GfK Entertainment im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie geführt und decken rund 90 Prozent der tatsächlichen Verkäufe ab. Laut „Billboard“ sind die Stones übrigens auch international dieses Jahr das erfolgreichste Classic-Rock-Phänomen, mit Rekordticketverkäufen sowohl in Europa als auch den USA. Zudem sorgt Streaming weiterhin für eine Verschiebung in der Chartmessung, sodass Oldies immer häufiger zurückkehren – etwa, wenn Stars versterben oder auf TikTok viral gehen. Echter Überraschungsmoment: Die Stones kündigten an, dass es nächstes Jahr eine gemeinsame Single mit Billie Eilish geben soll, was Generationen überschreitende Musikmomente verspricht.