Es ist ein seltsames Gefühl: Einerseits wird von Entlastung geredet, doch kaum jemand kann oder will zahlen. Ich erinnere mich, als Mario Voigt (CDU) am Montag zum Mikrofon griff und den Sendern RTL und ntv eher nüchtern klarmachte: 'Wir in Thüringen und die anderen 15 Bundesländer – wir lassen das mit der 1.000-Euro-Sonderprämie sein.' Irgendwie nachvollziehbar, dachte ich mir kurz, denn angesichts leerer Kassen und der wirtschaftlichen Schieflage ist zurückhaltendes Handeln durchaus logisch. Und doch – das ist ja immer das Dilemma – klingt es für die Beschäftigten, die gehofft hatten, auf einen Bonus, natürlich bitter.
Spannend finde ich auch, wie Voigt die Realität auf den Punkt bringt: 'Wenn die Unternehmen – also die, die Steuern erwirtschaften – so einen Bonus nicht stemmen können, sollte der Staat nicht vorpreschen.' Eine gute Intention wird so plötzlich zur Bürde – speziell im Mittelstand und Handwerk, wo das Geld ohnehin wieder kaum reicht. Etwas nüchtern hatte er das gesagt, aber zwischen den Zeilen hört man, wie sehr das Thema viele Leute in Thüringen, vermutlich auch anderswo, beschäftigt. Die Rücklagen sind aufgebraucht, erzählte er; die Firmen hingen finanziell durch, gerade nach den Umbrüchen der letzten Jahre. Es ist und bleibt ein Balanceakt: einerseits Hilfe versprechen, andererseits nicht unrealistisch sein.
Die geplante 1.000-Euro-Bonuszahlung für Angestellte im öffentlichen Dienst der Bundesländer kommt nicht – so viel steht fest. Nach Voigts Aussagen wurde in enger Absprache zwischen allen Ländern beschlossen, auf diese Sonderzahlung zu verzichten, da die finanziellen Spielräume fehlen. Viele Landesregierungen sehen sich aufgrund hoher Inflationsraten, schwächelnder Steuereinnahmen und Nachwirkungen der Corona-Jahre weiterhin stark eingeschränkt; die Prämie könnte laut mehreren Medienberichten sogar die öffentliche Hand und die lokale Wirtschaft überfordern. Zu den weiteren Informationen: Laut einem aktuellen Artikel der 'Süddeutschen Zeitung' argumentieren mehrere Finanzminister vergleichbar wie Voigt – sie fürchten, dass der Bonus bei der angespannten Haushaltslage eine Signalwirkung hätte, die man derzeit vermeiden will. Auch wird betont, dass viele Länder auf einen ausgewogenen öffentlichen Dienst achten müssen, etwa um Ungleichheiten nicht zu verschärfen. Interessant: Die Gewerkschaften kritisieren die Entscheidung, da sie in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten das falsche Zeichen sendet.