Einzelhandel startet ins Jahr 2026 mit Umsatzrückgang

Im Januar 2026 musste sich der deutsche Einzelhandel mit einem realen Umsatzminus von 0,9 Prozent gegenüber Dezember abfinden – saisonbereinigt, wohlgemerkt.

heute 08:24 Uhr | 3 mal gelesen

Interessant, wie schnell sich im Einzelhandel die Stimmung drehen kann: Während der Umsatz (wenn man die Inflation mitdenkt, also real) im Januar 2026 gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent nachließ, blieb der nominelle Umsatz, also ohne Preisbereinigung, glatt auf dem Dezemberwert. Das meldete zumindest das Statistische Bundesamt am Montag, allerdings sind das nur vorläufige Zahlen – da kann sich noch was ändern, wer weiß. Verglichen mit dem Vorjahresjanuar gibt es dann doch leicht positive Töne: real ein Plus von 1,2 Prozent und nominal 2,5 Prozent oben drauf. Im Dezember 2025 gab’s nach Korrektur sogar einen realen Zuwachs von 1,2 Prozent (vorher 0,1 %), nominal ebenfalls leicht im Plus. Bei Lebensmitteln? Dort tat sich im Januar eigentlich nichts, jedenfalls wenn man die Preise heraussrechnet. Über das Jahr hinweg stand dort aber immerhin ein Wachstum von real 2,2 und nominal sogar 4,5 Prozent im Lebensmitteleinzelhandel. Dagegen hatte der Nicht-Lebensmittelbereich einen echten Dämpfer: real -1,7 Prozent und nominal -1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Jahresvergleich eher ein laues Wachstum von 0,4 Prozent (real) bzw. 0,8 Prozent (nominal). Überraschend vielleicht: Der Internethandel brummte im Januar – real plus 2,5 Prozent, nominal sogar 3,5 Prozent mehr als im Dezember. Im Vergleich zum Januar 2025 lag das Online-Geschäft damit real 2,1 Prozent und nominal 2,0 Prozent höher. Es bleibt zäh: Während Lebensmittel zulegen, schwächelt der Rest. Online retten viele ihr Geschäft.

Die aktuellen Zahlen sprechen eine gemischte Sprache: Während die klassischen Einzelhändler im Januar 2026 einen kleinen Dämpfer erleben (real -0,9 Prozent zum Dezember), halten die Umsätze im Internet- und Versandhandel mit deutlichen Zuwächsen dagegen. Auch bei Lebensmitteln sieht es trotz Stagnation im Monatsvergleich auf Jahressicht besser aus – ein Anstieg macht sich bemerkbar, was inflationär ausgedeutet werden kann, aber auch schlicht auf verändertes Kaufverhalten hinweist (mehr Bio? Höhere Preise? Wer blickt da noch durch). Im Nicht-Lebensmittelbereich bleibt die Lage angespannt – das spiegelt den Konsumalltag vieler Menschen, die offenbar genauer überlegen, was wirklich nötig ist. Ergänzung aus aktuellen Recherchen: Die FAZ berichtet, dass die Branche weiterhin unter vorsichtiger Konsumlaune leidet und die Sorgen um hohe Energiepreise sowie befürchtete Preisanstiege den stationären Handel bremsen. Online-Riesen profitieren von der größeren Vergleichbarkeit und den weiterhin beliebten Rabattaktionen. Außerdem machen viele Händler auf die Unsicherheit der nächsten Monate aufmerksam – bislang ist offen, ob die Nachfrage nachlässt oder im Frühling wieder anzieht. Auf t3n.de wird betont, dass E-Commerce-Anbieter weiter in Infrastruktur und Technik investieren, weil der Konkurrenzdruck steigt. Die Süddeutsche sieht eine mögliche Trendwende im Konsumverhalten: Immer mehr Kund:innen achten auf Nachhaltigkeit und Frische beim Lebensmitteleinkauf und sind bereit, dafür auch etwas mehr auszugeben.

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