Was für ein Abend in Straßburg: Nachdem sie das Hinspiel noch mit zwei Toren verloren hatten, zeigten die Elsässer im heimischen Stadion Charakter und Spielfreude. Anfangs wirkte alles noch relativ ausgeglichen – ein vorsichtiges Abtasten, wie man es in K.o.-Spielen eben kennt. Dann der erste Nadelstich: Sebastien Nanasi schob in der 26. Minute zur Führung ein, woraufhin sich die Stimmung deutlich wandelte. Es folgte ein Kopfballtreffer von Abdoul Ouattara nach einer bilderbuchreifen Flanke von Julio Enciso (35.), der eine leichte Kettenreaktion auslöste – die Mainzer Abwehr wackelte, Straßburg witterte Morgenluft. Zur Pause noch nicht entschieden, hatte Mainz nach dem Wechsel zwar einige kontrollierte Szenen, aber der große Offensivdurchbruch blieb aus – ehrlich gesagt, wirkte der Mainzer Angriff an diesem Abend fast ein wenig zahnlos. Kurz darauf forcierte Enciso höchstpersönlich das 3:0 (69.), und nur fünf Minuten später nickte Emegha das 4:0 – auch wenn er kurz davor noch einen Elfmeter vergeben hatte, was, unter uns, durchaus typisch für so einen nervenaufreibenden europäischen Abend ist. In den letzten 20 Minuten spielte Straßburg das Ganze souverän herunter. Mainz mühte sich, fand jedoch keinen Schlüssel mehr – so endet ihre Europatour abrupt, während Racing in die Vorschlussrunde einzieht.
Mit einer couragierten und konsequenten Leistung drehte Straßburg die Partie und zog verdient ins Halbfinale ein. Mainz konnte zwar zwischenzeitlich defensiv stabilisieren, blieb offensiv jedoch über weite Strecken ideenlos und musste sich am Ende klar geschlagen geben. Die französische Mannschaft überraschte mit einer ungewöhnlichen taktischen Anpassung nach dem Seitenwechsel, indem sie gezielt auf Umschaltspiel setzte und Mainz so den Zahn zog. Neueste Berichte aus den genannten Medien betonen, dass Straßburg erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder in einem europäischen Halbfinale steht – ein kleiner Meilenstein für den Traditionsverein. Die Konferenzliga liefert ohnehin auch diesmal wieder überraschende Wendungen und zeigt, wie eng es im internationalen Fußball zugeht.